Veggieprodukte von Rügenwalder Mühle – Top oder Flop? (In Zukunft vielleicht sogar erhältlich in vegan)


Der Name Rügenwalder Mühle wird bestimmt so gut wie jedem ein Begriff sein. Vorwiegend bekannt ist das Unternehmen durch die Herstellung und den Vertrieb von Fleisch- und Wurstwaren. Doch seit einigen Monaten hat das Unternehmen für sich ein neues Marktsegment erschlossen – vegetarische Ersatzprodukte. So möchte das Unternehmen, laut eigener Aussage, in den nächsten fünf Jahren 30 Prozent seines Umsatzes durch Veggieprodukte erschließen.

rw1Ein cleverer Schachzug, schließlich ist die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Produkten besonders in den letzten Jahren sichtlich gestiegen. Gerade bei REWE stoße ich daher in letzter Zeit vermehrt auf die Produkte von Rügenwalder Mühle. Von Veggieschnitzeln, über Nuggets, bis hin zu vegetarischen Wurstscheiben fürs Brot.

Einerseits ist es ja gut, wenn ein Unternehmen für Veggieprodukte Werbung macht und es damit schafft die Nachfrage nach Fleisch- und Wurstalternativen zu steigern. Auch ein bekannter Name kann da hilfreich sein, weil der einfach wesentlich mehr Menschen erreicht als ein No-Name.
Doch sollte man deshalb einen Wursthersteller fördern?

Vor einiger Zeit ist es mir passiert, dass ich ein veganes Fleischersatzprodukt des Labels „Vegetaria“ gekauft habe.
Ich muss dazu sagen, dass ich mich vorher nicht über den Namen sowie das Unternehmen, welches dahinter steckt, informiert hatte. Mein Fehler. Ich hatte mich einfach gefreut als ich die Aufschrift „vegane Grillbox“ gelesen habe, auch weil mich der Inhalt mal so zum Probieren optisch angesprochen hat. (Das Produkt war auch palmölfrei, was mich zusätzlich gefreut hatte) Erst später, als ich nach dem Hersteller geschaut habe, habe ich festgestellt, dass das Label „Vegetaria“ der Firma ARTLAND Convenience GmbH zu Lutz Fleischwaren gehört.

Ich werde die Produkte von „Vegetaria“ in Zukunft nicht noch einmal kaufen. Denn, wenn ich vegane Ersatzprodukte kaufe, dann möchte ich damit nicht gerade einen Fleischproduzenten unterstützten. Im Gegenteil, die Firmenpolitik eines Unternehmens bzw. das für was ein Unternehmen steht, spielt hier eben auch eine Rolle. Zumindest für mich.

Bei Rügenwalder Mühle ist, entgegengesetzt zu meinem Beispiel, eigentlich von vornherein klar wofür da Unternehmen bekannt ist und für was es steht.

Ich hatte vor ein paar Wochen in einem Artikel mal gelesen, dass Rügenwalder auch plane irgendwann vegane Produkte auf den Markt zu bringen. Deshalb bin ich da mal auf die Website von Rügenwalder. Auf die Frage ob sie auch vegane Produkte verkaufen, äußert sich Rügenwalder auf ihrer Website wie folgt: „Nein, die Produkte sind (noch) nicht vegan. Um den Geschmack in der von uns gewünschten Qualität hinzubekommen, ist derzeit noch der Einsatz von Hühnerei notwendig. Wir arbeiten jedoch im Rahmen der ständigen Weiterentwicklung unserer Produkte auch daran, einen pflanzlichen Rohstoff zu finden, der unsere Geschmacksanforderungen erfüllt.“

Insofern, sollte Rügenwalder irgendwann mal vegane Ersatzprodukte auf den Markt bringen, ziehe ich andere Unternehmen und andere Produkte definitiv vor.

rw2Ein weiterer Kritikpunkt bei den vegetarischen Produkten von Rügenwalder ist auch der Einsatz von 70 Prozent Eiklar.
Zwar weist das Unternehmen auf seiner Homepage darauf hin, dass die verwendeten Eier von Hühnern aus Freilandhaltung stammen. Das ist zwar besser als Eier aus Boden- oder Käfighaltung zu verwenden, dennoch, besonders tierfreundlich ist das auch nicht. Insbesondere dann, wenn der Einsatz von Eiern sozusagen die Grundlage des Produkts bildet.

Doch wie seht ihr das?
Haltet ihr es für eine gute Sache, wenn ein Fleischproduzent jetzt auch Veggieprodukte anbietet? Oder sollte man lieber kleinere Unternehmen fördern, die vielleicht nicht so bekannt sind wie Rügenwalder, dafür aber eine tierfreundliche Firmenpolitik an den Tag legen?
Advertisements

6 Kommentare zu „Veggieprodukte von Rügenwalder Mühle – Top oder Flop? (In Zukunft vielleicht sogar erhältlich in vegan)

  1. Vegan bedeutet “ Verzicht auf jegliche Ausbeutung von Tieren z.B. Tierversuche , Tiermord ,Tierquälerei (Legebatterien u.s.w.),
    deshalb kann „N I E M A L S“ jemand der sein Geld mit Tierausbeutung verdient Vegane Produkte anbieten …..

    Gefällt 1 Person

    1. Danke, das freut mich zu hören ;).
      Ja, da bin ich auch gespannt. Ich denke ja, dass sich da in Zukunft allgemein noch einiges tun wird, vor allem wenn man die Entwicklung der letzten paar Jahre betrachtet.

      Gefällt mir

  2. Ich finde Rügenwalder durchaus unterstützenswert. Gerade für Fleischesser wird es durch die positive Medienwirkung immer einfacher sein, vegetarische und vegane Produkte zu konsumieren. Und das wollen wir doch alle erreichen. Ich weiß durch die Infofilme von Rügenwalder, aber auch persönlich (durch privaten Kontakt) von anderen großen Firmen, z.B. Block-Gruppe (Blockhouse gehört dazu), dass daran gearbeitet wird, mehr pflanzliche Produkte zu entwickeln und einzusetzen. Hierbei stoßen die Entwickler und Vorantreiber selbst in den eigenen Reihen oft auf Gegenwehr und Unverständnis. Es wird aber weniger auf Tofu, Soja und mehr auf Pflanzenfasern (Pilze) und Erbseneiweiß gesetzt. Zitronenfasern z.B. sind hier Austauschmittel zum Eiweiß. So werden die Saucen und Desserts teilweise pflanzlich, bzw. ohne Ei hergestellt.
    Wenn man also bedenkt, dass die Entwicklung vorangetrieben wird und vegane Produkte aus dem Boden schießen, wie Pilze, befürworte ich sogar eine Firma, die mit anderem Namen vermarktet. Das ist ja auch in anderen Bereich üblich und somit kein Einzelfall, wie bei Eigenmarken von Supermarktketten z.B. Ich bin froh, dass vegan in aller Munde ist und schreibe auch gerne die Firmen an (wie z.B. Rügewalder), dass sie unbedingt von vegetarisch auf vegan umsteigen sollen. Der Verbraucher entscheidet letztendlich…… ALSO TOP!!

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für die Infos. Einiges davon, z.B. dass mehr auf Pflanzenfasern, statt auf Soja, gesetzt werden soll, war mir bislang nicht bekannt ;).
      Und danke für deinen Kommentar :).
      Ich finde es insgesamt auch gut, wenn das Angebot an veganen Alternativen steigt und die Kunden mehr zu diesen Varianten greifen. Wenn es den Leuten schmeckt und es alltäglicher wird auch mal vegan zu essen, dann ist das genau das was wir wollen. Da stimme ich dir voll und ganz zu.
      Auch dass Firmen auch unter anderen Namen vermarkten stimmt. Und mit dem Kauf von veganen Produkten dieser Hersteller fördert man auch wiederum was angeboten wird.
      Nur für mich persönlich ist Rügenwalder keine Alternative, da durch die Kaufkraft des Verbrauchers zwar die Nachfrage nach veganen Alternativen gesteigert wird, dennoch damit aber wiederum ein Unternehmen unterstützt wird, das den Hauptanteil seiner Einnahmen mit dem Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren verdient. Da halte ich kleinere Unternehmen, die nur vegane oder vegetarische Produkte verkaufen, für unterstützenswerter.
      Aber viele Wege führen ans Ziel.
      Nochmals danke für deinen Kommentar, freue mich immer wieder auch mal die Meinungen anderer zu hören 😉

      Lg

      Gefällt 2 Personen

    2. Ja da stimm ich dir zu ! Ich denke auch, dass es wichtig ist woher die Produkte kommen bzw die Rohstoffe in den Produkten (vorallem bei veganem Lebensmitteln) denn im Endeffekt verzichtet man ja nicht auf Fleisch um sich Genzeugs reinzustopfen.. Wenn also nun Rügenwalder Mühle eine eher ‚lokale‘ Firma auch sowas produziert find ich das gut 🙂

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s