Was uns Veganer so extrem macht.


Es ist manchmal schon merkwürdig wie das, was für einen selbst normal geworden ist für einen anderen nicht extremer sein könnte.

Mittlerweile bin ich seit bald 1,5 Jahren Veganer. Noch nicht sehr lang, aber auch nicht gerade kurz. Zumindest lange genug um ein paar Erfahrungen zu sammeln. Jedenfalls gehe ich normal einkaufen, bereite ganz normal meine Mahlzeiten zu, na ja, und ganz bestimmte Sachen will ich einfach nicht mehr essen. Das ist mein Alltag und meine Normalität geworden.
Nichts desto trotz scheint man als Veganer zeitweilen zu einer scheinbar extremen Gesinnung zu gehören. Irgendwie auch verständlich, denn mit dem Verzicht auf Tierprodukte schwimmt man, in einer Gesellschaft wie der unseren, so ziemlich gegen den Strom. Andererseits, was bitteschön ist am Veganer-sein so extrem? Man isst halt Pflanzen, trägt keine Tierhaut und achtet auf  Sachen, auf die man früher als Omni nicht so geachtet hat.

Auch wenn ich mir ziemlich normal vorkomme, hier ein paar Gründe was uns Veganer scheinbar so extrem macht:

1.) Veganer essen keine Tierprodukte
Veganer essen keine Tierprodukte. Ja, sonst wären wir keine Veganer.
Nichts dest trotz stimmt es schon irgendwie. Wenn man sich die Produktionsverfahren zur Herstellung tierischer im Vergleich zu pflanzlichen Produkten ansieht, dann ist die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel viel radikaler.
extrem2.) Veganer studieren Zutatenlisten
Gut, hier wird es schon ein wenig radikal. Schließlich machen normale Menschen das nicht, dass sie mal eben eine Verpackung umdrehen und diese einem Zutatencheck unterziehen. (Es sei denn derjenige hat eine Allergie oder irgendeine andere Art von gesondertem Essverhalten.) Das kann schon ziemlich merkwürdig wirken.

3.) Veganer können Zusatzstoffe im Schlaf aufzählen.
Na ja, mit der Zeit prägen sich bestimmte Begriffe einfach ein. Das hat unser Gehirn so an sich. Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis gehen nach einer gewissen Anzahl an Wiederholungen irgendwann ins Langzeitgedächtnis über. Und dann bleibt das gespeicherte Wissen da…

4.) Veganer schauen Dokumentationen über Massentierhaltung und lesen Bücher, Zeitungsartikel und was sich sonst noch zum Thema finden lässt.
Na ja, die normale Gutenacht-Lektüre ist das nicht. Wer will schon Dokumentationen sehen, in denen gezeigt wird wie Tiere in Massen gehalten werden, geschweige denn Bücher lesen, in denen es darum geht wie Tiere in Massen gehalten werden?

veganer extrem6.) Veganer halten ihren Lebensstil für so gut, dass sie auch andere davon überzeugen wollen.
Ich glaube das ist so der Hauptpunkt, der uns Veganer zu Extremisten macht. Wir wollen andere davon überzeugen, dass es besser ist keine verbilligten Produkte von tierischen Produktionseinheiten zu konsumieren, sondern stattdessen Pflanzen zu essen. Und das aus durchaus berechtigten Gründen wie beispielsweise diesen hier.

7.) Veganer wissen wann Bananen reif sind.
Genauer erläutern muss ich das wohl nicht, denke ich.

8.) Veganer finden es doof wenn jemand ein Insekt töten will.
Ja, auch Insekten haben ein Recht auf Leben.

9.) Veganer sitzen manchmal vor einem leeren Teller.
Nein, nicht aus Protest. Schön wär´s.

10.) Veganer haben kein Mitleid mit Angestellten der fleischverarbeitenden Industrie.
Hm, Schlachthofmitarbeiter, Tier. Schlachthofmitarbeiter, Tier. Schlachthofmitarbeiter… Tier.
So schwer ist das nicht. Ehrlich.

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4 Kommentare zu „Was uns Veganer so extrem macht.

  1. Interessanter Artikel.! Ich finde es zwar nicht so toll, wenn ich von Verallgemeinerungen, wie „den Veganern“ lese, weil ja jeder diesen Lifestyle anders auslebt. Ich lebe zum Beispiel Vegan, kann mir aber diese Massentierhaltungsdokus nicht mehr antun. Auch beim „andere Überzeugen“ bin ich eher zurückhaltend. Ich versuche „unauffällig“ zu vermitteln, dass Vegan sehr lecker sein kann, indem ich Mein Essen bei zum Beispiel Brunches unter die Leute verteile (:.
    Trotzdem muss ich zugeben, dass ich mich in vielen Punkten wiederfinden kann. Zum einen die Inhaltsstoffe, die ich kenne, bei denen andere oft nicht einmal wissen, wie diese ausgesprochen werden oder auch dieser Stich in meinem kleines Obstherz, wenn ich jemanden eine schon fast Grün-Gelben Banane essen sehen(;
    Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche veganetomate

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Veganetomate,

      stimmt schon, jeder lebt auf andere Weise vegan. Der Text war daher eher satirisch als generell verallgemeinernd gemeint.
      Da geht es mir aber genauso. Kann es mir auch nicht ansehen, wenn jemand noch halb reife Bananen isst. Und auch bei dem Wissen was sich hinter so manchen Zusatzstoffen verbirgt, werde ich gerne mal erstaunt angesehen.

      Lg Cordula

      Gefällt 1 Person

  2. Zu Nummer 8) musste ich wirklich schmunzeln, das ging bei mir auch schon los, als ich noch kein Veganer war.

    Zu Nummer 6) muss ich gestehen, ich kenne einige, ja schon fast militante Veganer, die alles und jedem ihren neue Lebensweise aufzwängen wollen und sich ein Repertoire an Punchlines zurecht gelegt haben, wenn es tiefer in die Materie geht.
    Ich dagegen, hatte da von vorne rein keinen Bock drauf. Wenn mich jemand fragt „bist du vegan?“ dann sag ich ja und Thema erledigt. Es ist dann meist der gegenüber der dann eine diskussion beginnt und man kommt automatisch ins Gespräch. Natürlich habe auch ich einige Sätze auf Lager, aber ich bin der festen Meinung, dass die meisten Menschen es schlichtweg nicht verstehen möchten. Dazu gehört ein innerer Prozess der einen auf diesen Weg bringt. Da muss man von allein drauf kommen.

    Gefällt 2 Personen

    1. Bei Nummer 8 war es bei mir früher auch schon so. Aber heute noch ein bisschen mehr ;).
      Ich bin ehrlich gesagt noch nie einem millitanten Veganer oder Vegetarier begegnet. Vielleicht liegt das auch daran, dass Vegs hier wo ich lebe nicht in besonders großer Zahl vertreten sind.
      Ich denke schon, dass Gespräche oder sachliche Informationen andere Menschen durchaus dazu bewegen können ihr Handeln zu überdenken. Klick machen muss es letzten Endes bei jedem selbst. Da stimme ich dir zu. Nichts desto trotz kann Aufklärung auch einen Denkanstoß liefern. Verbale Attackierungen in Form von Kampfgesprächen hingegen halte ich nicht für besonders zielführend, da das meist eher zu Abwehrreaktionen führt.

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