Welche Auswirkungen hat unsere Ernährung auf die Umwelt?


Wenn von Umweltschutz die Rede ist, dann wird dabei häufig der Fokus auf Fortbewegungsmittel wie Autos, Flugzeuge oder die Energiegewinnung aus Atomkraftwerke gelenkt, dem dann mittels erneuerbarer Energien entgegen gewirkt werden soll. Weiter denken wir in Sachen Umweltschutz oft an Abgase durch Fabriken oder falsche Mülltrennung. An Wasserverbrauch, Strom sparen oder Plastik. Jetzt im Kommen auch immer mehr das Thema Fracking. Und so vieles mehr. Doch an eines denken wir dabei viel zu selten: Unsere Ernährung. Doch diese verursacht, laut einer Studie des Öko-Istituts 15,2 % unserer Pro-Kopf-CO2 Emissionen aus. Und liegt damit über dem entsprechenden Wert für den Personenkraftverkehr mit 14,3 %.
CO2ErnährungWenn man sich beispielsweise eine Grafik wie diese ansieht, dann wird einem schnell was auffallen:
Grafik_CO2(Hier die entsprechende Quelle dazu.)
Eine konventionelle Ernährung ohne Bioprodukte und mit viel Fleisch, man könnte also sagen eine fast durschnittliche Mischkosternährung, verursacht die meisten CO2 Emissionen. Nun sind ja besonders Lowcarb Diäten mit vielen Tierprodukten im Kommen was die Sache mit dem CO2 noch verschäft und somit für einen Anstieg ernährungsbedingter CO2 Emissionen führt. Denn besonders Fleisch und Käse haben eine ziemlich schlechte Klimabilanz.

Doch schon durch kleine Änderungen kann man einiges bewirken. Beispielsweise dadurch dass man ökologisch kocht, indem man regionale und saisonale Angebote wahrnimmt, statt solcher Produkte, die lange Frachtwege hinter sich haben.

Unter folgendem Link des Umweltbundesamtes findet man eine kleine Aufstellung welche Ernährungstypen die geringsten CO2-Emissionen verursachen (zu lesen ab Seite 62).

Die Ernährungsform mit der höchsten CO2-Bilanz ist eindeutig eine mit sehr viel Fleisch, die sich auch nicht an regionalen oder saisonalen Angeboten orientiert. Betrachtet man eine ganz normale Mischkosternährung, teilen sich Fleisch und Milchprodukte 65 Prozent der durch Ernährung verursachten CO2-Emissionen.
Insofern reduzieren ovo-lacto-Vegetarier ihre ernährungsbedingte CO2-Bilanz , durch den Verzicht auf Fleisch und Fisch, um circa die Hälfte. Währenddessen verursacht eine vegane Ernährungsweise, die zusätzlich zu Fleisch noch auf Milchprodukte verzichtet, bis zu 7 Mal weniger CO2-Emissionen als eine dem entgegengesetzte, durchschnittliche Mischkosternährung.

In all diesen Studien zeigte sich auch, dass eine Umstellung von einer Ernährung mit Fleisch auf eine ohne Fleisch mehr CO2-Emissionen einspart, als der Umstieg von konventionellen auf Bio-Produkte.
Nun gilt bei alledem jedoch zu beachten, dass eine vegetarische Ernährung, welche sehr viele Milchprodukte beinhaltet und somit den Fleischverzicht sozusagen „aufwertet“ auch nicht gerade klimafreundlicher ist. Eher im Gegenteil.

Nach Angaben des Vegetarierbundes könnte „ein Veganer bzw. eine Veganerin im Jahr bis zu 11.698 Kilometer mit dem Porsche anstatt eines Passats fahren und hätte immer noch eine bessere Klimabilanz als ein nur Passat fahrender „Alles-Esser“.“

Die Massentierhaltung verursacht derzeit, nach Angaben des Washingtoner Worldwatch Institute, 51 Prozent aller weltweiten CO2 Emissionen. Selbst wenn wir alle aufhören würden Auto zu fahren, nie wieder in Urlaub fliegen und nur noch mit dem Fahrrad führen oder zu Fuß gingen, würden wir noch lange nicht so viel CO2 Emissionen einsparen, wie derzeit durch die Intensivtierhaltung verursacht wird.

Weitere Faktoren, welche die Umwelt beeinflussen und mit unserer Ernährung in direktem Zusammenhang stehen, wären u.a. Regenwaldabrodung, Wasserverbrauch und Nitratbelastung der Böden sowie des Grundwassers durch Gülle.

Regenwaldabrodung:
Ein Hamburger hat 50 m² Regenwald auf dem Gewissen.
– 80 Prozent des in Südamerika angebauten Sojas fließt, zuammen mit 40 Prozent der weltweiten Getreideernte, schlussendlich in die Tröge unserer Tiere.
– In den letzten 40 Jahren 40 Prozent des Regenwaldes Weideflächen oder der Produktion von Futtermitteln zum Opfer gefallen.
– Durch das Roden des Regenwaldes zerstören wir nicht nur unsere grünen Lungen, auch viele Pflanzen- und Tierarten werden damit vernichtet.

Wasserverbrauch/Ressourcenverbrauch:
burger_wasser– Für 1kg Rindfleisch müssen ca. 15.000 Liter Wasser aufgewendet werden. Setzt man dem 1kg Kartoffeln entgegen, so werden dafür nur ca. 100 Liter benötigt.
Nun kann man sich selbst ausrechnen was ressourcensparender ist: 5 Rindersteaks für 15.000 Liter Wasser oder 1 Kilo Ofenkartoffeln für 100 Liter Wasser?

Ein weiterer Faktor, neben Wasser, ist auch Land. Wie bereits erwähnt, werden 40 Prozent der Weltgetreideernte allein zur Mast unserer „Nutztiere“ verwendet. Um einen Vegetarier zu ernähren, braucht man zwanzig Mal weniger Fläche als für einen durchschnittlichen Allesesser.

Gülle:
GülleJonathan Safran Foar sprach in seinem Buch „Tiere essen“ schon von „einem großen Haufen Scheiße“. Und das ist es. Im wahrsten Sinne des Wortes – ein großer Haufen Scheiße, erzeugt durch unsere „Nutztiere“. Und wir wissen nicht mehr wohin damit.
Früher war es ja so, dass der Kot der Tiere dazu diente die Felder des Bauern zu düngen. Heute jedoch, mit beispielsweise Schweinemastbetrieben mit mehreren hundert bis tausend Tieren, werden unsere Böden sozusagen überdüngt. Und das wiederum führt zu einer Verunreinigung unseres Grundwassers durch Nitrat-und Phosphatbelastung. Doch das betrifft nicht nur unser Grundwasser, auch unsere Böden werden durch die Massen an Tierkot unbrauchbar.
Ein weiterer Faktor ist, dass es nach aktuellem Stand keine gesetzliche Düngeverordnung gibt, die vorschreibt wie viel Gülle auf die Felder gefahren werden darf.

UmweltFazit:
Alles in allem hat die Art wie wir uns ernähren einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Umwelt. Im Gegenteil. Gerade dieser Punkt wird in Sachen Klimaschutz/Klimawandel meiner Ansicht nach noch zu schwach diskutiert. Vielmehr wird stattdessen der zentrale Fokus auf andere Themen gelegt. Themen, die nicht unwichtig sind. Nichts desto trotz hat das was wir uns auf den Teller legen weitreichende Auswirkungen. (Denn wir sind als Menschen auf unsere Umwelt angewiesen.)
Alles in allem kann man sagen: Desto pflanzenbasierter und tierproduktärmer, desto saisonaler und regionaler und desto mehr Bio-Produkte, desto umweltfreundlicher ist die Ernährung.

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12 Kommentare zu „Welche Auswirkungen hat unsere Ernährung auf die Umwelt?

  1. Super Beitrag! Ganz toll und verständlich geschrieben und ich finde es richtig gut, dass du alles mit Quellen belegst. Da kann man nichts mehr dagegen sagen. Tolle Zusammenfassung aller relevanten Punkte zum Thema! Weiter so! 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke dir ;). Freut mich, wenn dir der Beitrag gefällt. Und danke dir fürs Rebloggen auf deinem Blog ;).
      Ich halte es für wichtig das Thema mal anzusprechen. Denn wir Menschen sind von unserer Umwelt abhänig. Und unsere Ernährung spielt dabei einen nicht gerade unwesentlichen Teil mit.

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  2. nur die veganer schützen nicht nur die tiere, sie schützen auch unsere erde vor weiterer umweltzerstörung.
    wem aber unsere umwelt, die ressourcen unserer erde und die zukunft unserer kinder und enkelkinder egal sind, der macht sich halt weiter zum ferngesteuerten konsumtrottel und komplizen der industriellen umweltzerstörung.
    tatsache ist, fleischkonsum zerstört unseren planeten, aber die einsicht der menschen ist knapper als die ressourcen unseres planeten. ich kann verstehen, dass deshalb veganer aus verzweifelung auch mal militant auftreten. ich kenne noch keine alternative zum veganismus um unsere zukunft zu sichern. https://campogeno.wordpress.com/2015/08/18/fleischkonsum-zerstoert-unseren-planeten/

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    1. Kann dir nur zustimmen! Die Massentierhaltung verursacht derzeit über die Hälfte aller weltweiten CO2 Emissionen. Unser Fleischhunger zerstört Regenwald und ersetzt diesen durch riesige Sojamonokulturen. Obendrei überdüngen wir unsere Böden durch den Mist, den die Tiere, die unsere Gesellschaft essen will, verursachen.
      Was ich mich öfter mal frage ist welche Argumente man als Veganer eigentlich alles vorbringen muss? Denn, all diese Dinge sind ja nicht frei erfunden, sondern jederzeit selbst nachrecherchierbar, sodass sich im Grunde jeder selbst ein Bild machen kann ob er das wirklich unterstützen will und ob etwas Geschmack das alles wirklich wert ist.

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    1. Danke dir :).
      Genau das ist es. Gerade deshalb sollte dem Thema eigentlich mehr Beachtung geschenkt werden. Al Gore meinte beispielsweise selbst, dass er das Thema Ernährung in Sachen Umweltschutz vollkommen außen vor gelassen hatte. In seiner Doku „eine unbequeme Wahrheit“ ist davon ja auch nicht die Rede gewesen.
      Cowspiracy wollte ich mir demnächst mal ansehen. Von daher kann ich dazu nicht viel sagen. Aber das hier https://m.youtube.com/watch?v=Fws0f9s4Bas ist zum Thema auch sehr empfehlenswert, wie ich finde.

      Gefällt 1 Person

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