Ist Bio wirklich besser?


Ich habe jetzt schon des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass man mir sagte auf dem Bauernhof sehe man ja, dass es den Tieren gut geht. Von daher sei es ja möglich Milch und Eier von „glücklichen“ Tieren zu bekommen und das ganz ohne Tierqual.

Meine Meinung dazu ist, dass Bio im Prinzip ein Label zur Gewissensbefriedigung ist.

Bio, genauso wie Freilandhaltung oder der Begriff Grasgefüttert lassen uns denken, dass Kühe auf der Weide grasen oder Hühner im Freien herumscharren. Das Bild vom idyllischen Bauernhof sozusagen.

Doch was bleibt ist, dass die Praktiken bei Bio dieselben sind wie in der Massentierhaltung auch. Es geht darum mit der Leistung dieser Tiere Geld zu verdienen. Insofern sind auch Bio-Hühner. Bio-Kühe oder Bio-Rinder vordergründig organische Waren.

Man hat also als Kunde nur folgende Wahl: Zahle ich Billigpreise für Produkte von Tieren, die unter Garantie gelitten und alles nur kein schönes Leben hatten? Oder zahle ich etwas mehr für Produkte von Tieren, die etwas mehr Platz hatten als die Tiere aus  Massentierhaltung, deren Leben man aber auch nicht als unbedingt als glücklich bezeichnen kann?

Großes Übel vs. kleineres Übel. Das ist im Prinzip die Wahl, die man heute als Konsument von Fleisch, Milch und Eiern hat.

Jetzt mag das ein wenig hart formuliert klingen. Zugegeben, ich bin was das angeht direkt. Ich habe hierbei auch schon des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass viele ab diesem Punkt das Thema wechseln. Oder aber auch, dass Emotionen hoch kochen. Viele sind manchmal auch erschrocken, wenn sie hören, dass für Bio Eier auch männliche Küken vergast oder für Bio Milch Kühe nicht älter als 7 Jahre werden.

Doch inwiefern ist es überhaupt relevant ob das Tier mal ein schönes Leben hatte, wenn die Mehrzahl von uns doch tagtäglich, statt zu Bio, zur Massentierhaltungsware greift?
Ist das Wohlergehen dieser Tiere nur dann relevant, wenn man unmittelbar mit dem Thema konfrontiert wird? Oder ist einem das Wohlergehen dieser Tiere wirklich von Bedeutung?

Bio ist etwas besser als Massentierhaltung.Es fördert bessere Haltungsbedingungen. Das Gelbe vom Ei ist das jedoch auch nicht. Hier ein paar Gründe wieso:

BIO-EIER
Bio-Haltung bedeutet, dass die Tiere eine Auslauffläche von 4,0 m² pro Huhn sowie eine Besatzdichte von max. 6 Hennen pro m² nutzbare Fläche haben sollen. Desweiteren soll die Anzahl der Gruppengröße auf 3.000 Hühner beschränkt sein und die Tiere sollen nur Biofutter erhalten.

Im Endeffekt kann man sagen, dass Biohaltung bei Hühnern erweiterte Freilandhaltung ist. Und diese wiederum ist erweiterte Bodenhaltung.

Um das aufzuschlüsseln: Bodenhaltung bedeutet, dass die Tiere praktisch die ganze Zeit über, egal ob Tag oder Nacht, im Stall sind, dort leben, Eier legen und schlafen. .So stehen 7 Hühnern eine Mindestfläche von 1m² zur Verfügung. Bei zusätzlicher Fütterung und/oder Außenscharrraum, dürfen auch bis zu 9 Tiere pro m² gehalten werden.
Dem entgegen bedeutet Freilandhaltung, dass die Bodenhaltung durch einen Auslauf ins Freie erweitert wird. (Quelle)

Nun gelten für Bio-Eier andere Haltungsbedingungen sowie Auflagen als für Eier aus Bodenhaltung. Nichts desto trotz ist auch Biohaltung im Endeffekt Massentierhaltung. Die dort eingesetzten Hühnerrassen sind so gezüchtet, dass sie, statt wie früher 20 bis 30 Eier pro Jahr, bis zu 300 Eier jährlich legen. Und was bleibt ist auch, dass für Bioeier noch männliche Küken am Tag ihrer Geburt getötet werden.
Eine weitere Sache ist dann auch, dass Bio-Legehennen nicht ihr natürliches Lebensalter erreichen. Legen sie keine EIer mehr, oder nicht mehr in der geforderten Menge, oder sind sie krank, endet ihr Schicksal meist beim Schlachter, wobei dann wieder neue Legehennen as Nachzügler für weitere Eiproduktion sorgen. Somit kann man sagen, dass auch Bio-Hühner nicht älter als durchschnittlich 18 Monate werden (obwohl so ein Huhn 10 bis 15 Jahre alt werden könnte).

Desweiteren bedeuten gesetzliche Auflagen nicht, dass diese auch immer eingehalten werden. Geschweige denn, dass es den Tieren, innerhalb einer befristeten Lebensspanne von 12-18 Monaten, wirklich gut geht. Auch hier gibt es Fälle, die anderes zeigen:


BIO-MILCH
MIlch ist so ein weiteres Thema. Oft heißt es wir als Menschen sollten möglichst viele Milchprodukte konsumieren, gerade um unseren Kalziumbedarf damit zu decken. Besonders für Heranwachsende sei dies wichtig. Doch auch für den Menschen im Erwachsenenalter.
Doch im Grunde sind wir das einzige Lebewesen, welches noch im Erwachsenenalter die Muttermilch einer anderen Spezies trinkt. Normalerweise dient die Muttermilch dazu einen Säugling in den ersten Monaten seines Lebens mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, bis er schließlich in der Lage ist feste Nahrung zu sich zu nehmen. Bei Rindern ist das nicht anders.
Eine Frage hierbei wäre inwiefern es Sinn macht als Mensch auf die Muttermilch einer anderen Spezies angewiesen zu sein? Doch das nur am Rande…

Biohaltung bei Rindern bedeutet, kurz gefasst, dass diese mehr Auslauf haben (da ihnen die Möglichkeit eines Laufstalls oder ganzjähriger Zugang zu einer Weidefläche ermöglicht werden muss) und weniger Kraftfutter erhalten, als Tiere aus Intentivtierhaltung.
Nichts desto trotz wird auch bei Bio Kraftfutteranteile zugefüttert. Auch Dinge wie Kastration oder Enthornung ohne Betäubung darf eigentlich nur im Einzelfall, und wenn dann nur mit einer Ausnahmeregelung durchgeführt werden. Nichts desto trotz wird von dieser Ausnahmeregelung nicht selten verhäuft Gebrauch gemacht.
Der oberste Standard in Sachen Biohaltung sind hierbei Bioland und Demeter. Hierbei sind die Enthornung von Kühen sowie der Einsatz hornlos gezüchteter Rinderrassen verboten. (Nähere Infos zu den einzelnen Bio-Siegeln und deren Hintergründe findet sich auch unter folgender Quelle.)

Im Grunde gilt bei Biomilch dasselbe wie bei konventioneller Milch. Auch hier müssen die Kühe jedes Jahr ein Kalb gebären um Milch zu erzeugen. Und auch hier haben die Tiere eine durchschnittliche Lebenserwartung von 5 bis 7 Jahren.

Weitere Informationen finden sich auch in diesem Video:


BIO-FLEISCH

Jetzt wirbt auch McDonalds bereits mit Burgern auf der Basis von Bio-Rindfleisch. Nett anzusehen, wie dieser Werbefilm zeigt:

Mit Sicherheit wird das nun so einigen Kunden zufrieden stellen. Man sieht doch, dass alles höchsten Standards entspricht. Doch was bedeutet Bio, wenn dieses Fleisch als Massenware produziert werden soll?

Einerseits scheint sich selbst bei Fastfood-Produzenten etwas zu tun. Andererseits die Lösung ist das auch wieder nicht.
Der Anteil an Bio-Tieren in Deutschland beläuft sich in der gesamtdeutschen Statistik auf ca. 2,8%. So sind 3,4% der deutschen Rinder, 0,6% aller Schweine und 1% aller Hühner sogenannte Bio-Tiere.

Als Beispiel:
Ein 100kg schweres Mastschwein hat bei Bio, statt 0,65qm (konventionelle Haltung) Anspruch auf 1,9qm Platz. Laut EG-Recht steht z.B. einem Bio-Kälbchen bis 100kg Gewicht ein „Lebensraum“ von insgesamt 2,6qm zu.
Eine Sau mit durchschnittlich 12 Ferkeln auf 10qm „Lebensraum“ erfüllt die gängigen Öko-Richtlinien. Später stehen diesen Ferkeln bis zu einem Gewicht von 50kg 1,4qm Schweinebucht zur Verfügung. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen in konventioneller Haltung bekommen sie dann auchh etwas Heu zum spielen, damit ihnen nicht langweilig wird.

Ein weiterer nicht zu verachtender Aspekt ist, dass es sich bei Bio nicht um ein paar Tiere in Kleingruppen handelt. Auch hier werden mehrere hundert bis tausend Tiere gehalten, ähnlich wie in konventionellen Betrieben auch.

Näheres zum Biotier auch zu sehen hier:

Eine weitere Sache ist, dass auch Bio-Tiere am Ende ihres Lebens Tiertransporte durchlaufen müssen und auf dieselbe Art und Weise getötet werden wie die Tiere aus Massentierhaltung. Entweder mit Bolzenschuss, elektrischer Durchströmung oder mittels Kohlendioxid, was die gängigsten als „human“ bezeichneten Tötungsmethoden darstellen. Ob es sowas wie humanes Töten gibt, ist dann jedoch wieder eine andere Sache.


Alles in allem ist Bio letzten Endes auch eine Art von Massentierhaltung. Und das Tier hierbei mehr eine organische Ware, als ein Lebewesen. Es ermöglicht lediglich etwas bessere Haltungsbedingungen, sterben müssen die Tiere aber trotzdem. Die Tiere werden zur Erzeugung für Milch und Eier hierbei auch nicht älter als die Tiere aus konventioneller Haltung. Und auch sie durchlaufen dieselben Prozedere.

Man muss hier meiner Ansicht nach abwägen. Will man, dass die Tiere eine glückliche Lebensspanne oder, dass die Tiere ein glückliches Leben haben.

Entscheiden muss das letzten Endes jeder für sich selbst. Doch mittlerweile gibt es unzählige Alternativen wie man Eier, Milch und auch Fleisch ersetzen kann.

Als Ersatz für EIer dienen u.a. Apfelmus, zerkleinerte Banane, Leinsamen und Chia Samen mit Wasser, oder aber auch mittleweile erhältlicher Ei-Ersatz.

Für Milch gibt es unzählige Pflanzenmilchsorten. Hierbei auch mit zugesetztem Kalzium, falls man sich Sorgen um seine Kalzium-Zufuhr macht.

Und für Fleisch gibt es nette Sachen wie beispielsweise Seitan (Weizeneiweiß) oder auch Geschnetzeltes oder Steaks aus Lupinen. Beides sojafreie Alternativen sozusagen.

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34 Kommentare zu „Ist Bio wirklich besser?

  1. Was mir gerade spontan einfällt, wie steht ihr eigentlich zu Fisch? Da zermater ich mir schon ewig das hin. Ein Fisch ist ja eigentlich auch ein Tier. Besteht aus Fleisch. Man hört aber immer wieder von dem ein oder anderen Vegetarier (der aus dem Grund von Tiereid vegi. Ist) „Fisch esse ich weil das ist ja kein Fleisch“. Zumindest ist mir das schon ein paar wenige male passier.

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    1. Also da gibt es einen Unterschied zwischen Vegetarier und Vegetarier. Diejenigen, die kein Fleisch, aber noch FIsch essen, sind eigentlich Pescetarier und keine Vegetarier. Denn Vegetarier essen auch keinen Fisch.

      Davon abgesehen finde ich Fischessen sogar noch schlimmer als Fleichessen. Zum Einen wegen des ganzen Beifangs, denn gut über 90 Prozent aller gefangenen Fischsorten sind eigentlich nicht beabsichtigt gefangen zu werden. Beim Fang mit Schleppnetzen zum Beispiel wird einfach der ganze Meeresboden abgegrast, ungeachtet dessen welche Meeresbewohner dann im Netz landen.Das ist praktisch wie ein totaler Kahlschlag.
      So landen dann auch teils Delfine oder Haie in den Netzen der Fischer, die dann wieder tot ins Meer geworfen werden. Man kann so ungefähr sagen, dass auf jedes Kilo gefangenen Fisch ca. 5 Kilo Beifang kommen. (Also Fische, die sterben obwohl sie nicht hätten sterben sollen.)

      Ein weiterer Faktor ist, dass auch Fische Schmerzen empfinden. (Von ein paar Ausnahmen einmal abgesehen) Diese werden dann bei vollem Bewusstsein ausgenommen oder beim Aus dem Wasser ziehen durch den Druck von anderen Artgenossen zerquetscht oder ersticken kläglich an Land.

      Von daher kann ich Pescetarismus nicht wirklich verstehen.

      Gut erklärt wird das auch in diesem Video (ist halt auf Englisch)

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      1. Okay dann bin ich jetzt wieder um eine Erfahrung reicher. Danke für die Aufklärung. 🙂

        Fisch mag ich komischerweise wieder. Aber problematisch ist eben wirklich diese „kranke“ Vorgehensweise. Weil einen Delphin oder Hai will ich ja garnicht essen. Wobei selbst das Angebot wird. Überfischung der Meere und pipapo. Und dann wundert sich mancher über das rassensterben.

        Also am besten zur Angel greifen und selbst angeln. Doof nur wenn man keinen Schein hat und es eklig findet Tiere auszunehmen. ^^

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      2. Für mich ist das mitunter auch eine Logiksache, denn unser Körper braucht weder Fleisch, noch Fisch. Fisch wird meist deshalb als gesund angepriesen wegen Omega 3. Dies kann man aber bereits durch 2 EL Leinsamen oder aber auch Chia Samen, im Müsli z.B. ersetzen.
        Das nächste beim selbst fangen ist nicht nur der Ekelfaktor, sondern eben auch, dass das Tier dabei bei vollem Bewusstsein unter Schmerzen getötet wird.

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      3. Naja gut es sind halt manche Dinge enthalten die man sonst über Ergänzung nehmen müsste.

        Aus gesundheitlichen Aspekten würde es reichen einmal in der Woche Fleisch/Fisch zu essen um den bedarf zu deken. Allerdings leben wir inzwischen in so einem Luxus, dass man es sich ja leisten kann Tag täglich Fleisch zu essen. Hab ja schon mal erzählt von meinen Blutwerten. Alles im guten Rahmen. Und ich esse selten Fleisch. Wenn ich nicht zufällig eins hab gibt’s auch keins. Inzwischen gugg ich mir das Fleisch meist nur an beim einkaufen und laufe weiter ohne es mitzunehmen.

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      4. Ich weiß es zum Beispiel von Eisen, das es da zu Mängeln komnen kann. Wobei das bei meinen werten nicht ganz zusammen passt.

        War nicht auch was mit irgend nem Vitamin B irgewie?

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      5. Als Veg kann man einen Eisenmangel bekommen, muss man aber nicht. Wenn man sich ausreichend und abwechslungsreich ernährt und zu keiner der folgenden Risikogruppen gehört, dann ist die Chance einen Eisenmangel zu entwickeln genauso hoch wie bei Mischköstlern.

        Risikogruppen:
        Menschen mit chronischen Magen-Darm Erkrankungen wie z.B. Morbus Chron, chronische Gastritis
        – Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z.B. eine Lactoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit können einen Eisenmangel begünstigen
        – starke Blutverluste z.B. bei Frauen starke Menstruationsblutungen
        – Mehrbedarf während der Schwangerschaft
        – Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes
        – Ältere Menschen

        Gute Eisenquellen bei veganer oder vegetarischer Ernährubg sind z.B. Hülsenfrüchte, Nüsse, Kichererbsen, Linsen, Soja, Spinat, Ruccola, Fenchel, Feldsalat usw.

        Bei rein veganer Ernährung ist halt Vit B12 wichtig.Dazu habe ich ja heute einen Beitrag geschrieben.

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  2. Hey, also, wer sich von der Werbung einreden lässt, was ein Bio-Siegel nicht verspricht, ist selber Schuld. Die Anforderungen sind Mindestanforderungen. Es gibt Bauernhöfe, die diese Anforderungen weit übertreffen, ohne es zu bewerben und es gibt Nahrungsmittelindustrien, diese Anforderungen einzuhalten andeuten, ein paar Audits erledigen und das ein Werbetafel mit dem Label und einem gekauften Bild versehen.

    Einfach mal an die Wahrheit denken. Industrie will lang schnelle Gewinne, Kleingewerbe versucht zu überleben oder schwimmt mit der Industrie mit.
    MfG toe

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    1. Im Prinzip alles logisch und da stimme ich dir auch vollkommen zu. Nur scheint der Glaube Bio bedeute „glückliche Tiere“ ziemlich weit verbreitet zu sein. (Zumindest meiner Erfahrung nach.) Sodass an die Wahrheit denken erst einmal bedeutet sich mit dieser überhaupt mal zu befassen…

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  3. Muss hier auch mal einen anderen Aspekt von BIO anführen, das Gemüse. Bei BIO-Gemüse, werden die Standarts eingehalten, die wie du auch so wahr sagtest nicht genug kontrolliert werden ist BIO durchaus sinnvoll. Denn gerade der Verzicht auf bestimmte chemische Spritzmittel ist besser für die Natur.
    Was ich gut finde ist das du denn MC Donalds BIO-Burger ansprichst. Ich frage mich auch seit dieser Werbung wie man bei dieser Massenproduktion von Fleisch für MCDonalds noch auf die Tierhaltung achten will.

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    1. Stimmt, bei Obst und Gemüse ist die Wahl von Bio wirklich besser.
      Was den Spot von McDonalds angeht denke ich, immer wenn etwas in Massen produziert werden soll, können langfristig gesehen wirkliche Bio Standards nicht explizit eingehalten werden.
      Das nächste wäre auch der Preis. Will der McDonalds Kunde wirklich mehr Geld für einen Bio Burger zahlen oder soll der dann im gleichen Preissegment angeboten werden wie die Burger mit Massentierhaltungsfleisch?

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  4. Liebe Cordula,

    ich finde es auch gut, dass es viele Ansichten zu dem Thema gibt und wir darüber sprechen.
    Ich habe deinen Artikel auf meiner Facebook-Seite geteilt und mit diesem Kommentar versehen:
    „machen, was sie essen. Aus meiner Sicht gibt es nicht den EINEN perfekten Ernährungs-Weg und ich bin mir sicher, dass jeder von uns noch weitere Sachen verbessern kann. Hauptsächlich wegen meiner Neurodermitis habe ich zum Beispiel die Milch durch Pflanzenmilch ersetzt. Egal, ob beim Backen oder zum Trinken und es fiel mir überhaupt nicht schwer, vor allem deshalb nicht weil es schon so viele Milch-Alternativen gibt.
    Vielleicht gibt es ja auch auf eurem Speiseplan eine Kleinigkeit, die ihr verändern könnt (ich bin mir sicher, dass jeder etwas findet!). Jeder kleine Schritt zählt und es muss nicht Verzicht für euch bedeuten. Den Artikel, den ich hier verlinkt habe, finde ich recht passend und hat mir auch noch einmal die Augen geöffnet bezüglich Bio-Eier (ich wusste davon zwar schon einiges vorher, aber da hat sich das noch einmal bestätigt). Lest ihn euch doch gerne einmal selbst durch.
    Ich finde immer wieder einige Kommentare, in denen Veganer kritsiert werden, weil sie sich angeblich „nur“ um die Gerechtigkeit für Tiere sorgen und ihnen Menschen egal sind. Meistens wird dabei – meines Erachtens – vergessen, dass die Menschen, die sich um Tiere sorgen, oft im Allgemeinen bewusster leben.
    Außerdem finde ich es gut, wenn sich jemand wenigstens auf einem Gebiet um mehr Wissen und Verbesserung bemüht, als, wenn man gar nichts macht.
    Ich bin mir sehr sehr sicher, dass alle von euch in meiner „Bekannten/Freundes“-Liste schlau genug sind, um ausgeglichen an ein Thema ran zu gehen und sich wirklich Gedanken zu machen.
    Ich freue mich über jeden, der etwas verändert, oder eben schon etwas „toll“ macht. Egal, ob das ist, dass man auf tierische Produkte verzichtet, oder Ersatz-Produkte ab und an verwendet, oder sich gerade erst anfängt mit dem Thema zu beschäftigen.
    Ich hoffe, ich konnte manche von euch zum Nachdenken anregen (auch, wenn ich normalerweise nicht solche „Das ist meine Meinung“-Kommentare auf Facebook setze).
    Fühlt euch gedrückt“

    Ich hoffe, dass sich noch mehr Menschen Gedanken machen. Man muss den Leuten vielleicht einfach mal die Angst nehmen, dass bewusst leben nicht unbedingt bedeutet, sofort vegan zu werden. Wenn sich jemand jeden Tag dreimal Fleisch zum Essen macht, dann darüber nachdenkt und nur noch einmal täglich Fleisch isst und dieses vielleicht in Bio-Qualität, dann ist das aus meiner Sicht, schon ein enormer Fortschritt. Klar müssen immernoch Tiere dafür leiden und Bio bedeutet nicht, dass es viel besser ist, aber bei diesem Menschen hat sich etwas getan, er hat angefangen umzudenken. Ich würde so eine Person loben, weil ich einfach Klasse finde, dass sie sich überhaupt Gedanken gemacht hat.

    Liebe Grüße (und sorry, dass ich gerade deine Kommentare mit so einem laaaaaaangen Beitrag hier zuspame)
    Laura ❤

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    1. Wow. Danke, dass du meinen Beitrag auf deiner Facebook-Seite geteilt hast :).
      Stimmt, wenn es jemanden zum Nachdenken anregt, dann ist das schon einmal ein großer und auch beachtenswerter Schritt.
      Welche Entscheidung man letzten Endes für sich trifft, ist jedem selbst überlassen. Man sollte als Verbraucher jedoch die Wahrheit kennen. Eben damit man sich ein genaueres Bild machen und dann entsprechend für sich entscheiden kann.

      Aber die Hauptsache ist, dass man sich überhaupt einmal Gedanken darüber macht und dem Thema Beachtung schenkt ;).

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  5. Du hast absolut recht! Es geht nur darum sein Gewissen zu befriedigen. Eine Kollegin sagte mir mal, sie trinke nur Landliebe-Milch, weil die ja laut Werbung von glücklichen Kühen kommt… Wie dumm. Ob bio oder nicht, es ist Ausbeutung, Sklaverei und am Ende sterben sie den selben grauenvollen Tod um bis zum Verzehr im Laden zu verwesen.

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    1. Treffender kann ich´s auch nicht sagen. Stimme dir da voll und ganz zu.
      Vielen ist einfach nicht klar (wohl auch aufgrund mangelnder Aufklärung), dass hinter Bio dieselben Praktiken stecken wie in der Massentierhaltung. So denken wie ich immer wieder feststelle wirklich viele, dass Bio glückliche Tiere bedeute. Das von dir genannte Beispiel macht das auch nochmal ziemlich gut deutlich.

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      1. Ja leider ist es so. Sehr viele möchten gar nicht um die Ecke denken und sind dankbar, dass ihnen das mit Siegel wie Bio etc. mehr oder weniger abgenommen wird. Doch Mord ist Mord und wenn ich das Tier, welches grausam getötet wird, liebevoll und behutsam aufziehe und mäste ist es doch nicht weniger schlimm ihm das Leben zu nehmen.

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      2. Ich kann ehrlich gesagt für mich persönlich nicht verstehen wie man zwar möchte, dass das Tier, das man essen möchte, gut behandelt wurde, dann aber kein Problem mit dessen Tod haben kann. Denn so etwas wie humanes Töten gibt es nicht. Gerade wenn man sich die Methoden dazu einmal genauer anschaut, hat das mit „human“ mal so gar nichts zu tun.

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  6. Den Ersatz für Eier finde ich interessant.
    Pflanzenmilch gibt es mega leckre.
    Kuhmilch gibts bei uns gar nicht.

    Ich lebe,sagen wir, flexitarisch.
    MAL gibt es bei uns Fleisch, dann ja, auch Bio.

    Oft vegetarisch und vegan interessiert mich.

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  7. wir essen doch ohnehin nur Pflanzen.

    Aber wenn wir schon bei Tieren ethische Bedenken haben, sollten wir nicht vielmehr auch an die Ausbeutung von Menschen denken?
    Beispielsweise wenn wir Jeans aus China kaufen oder spanisches Gemüse aus diesen Sklaven haltenden Gemüsefabriken.

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    1. Das Wohlergehen von Menschen ist wichtig. Und da gibt es viele Punkte, wo angesetzt werden müsste.
      Vegan zu leben hat auch etwas mit Menschen zu tun. Saisonales wie regionales Einkaufen, genauso wie Fair gehandelte Kleidung wären dann weitere Anhaltspunkte.
      Mir persönlich geht es jedoch hauptsächlich um die Tiere. Da ich finde da dieses Thema, im Gegensatz zum Wohlergehen des Menschen, noch viel zu wenig Beachtung findet. Davon abgesehen leiste ich schon beruflich einen sozialen Beitrag für Menschen, sodass ich da für mich persönlich momentan meine Grenze ziehe.

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  8. Danke für diesen Beitrag! War ich an deiner Motivation an dem Schreiben eigentlich beteiligt? 🙂
    Lange Zeit habe ich mir die Zustände in Bio-Bauernhöfe sehr viel schöner vorgestellt, am Ende ist Bio doch nur eine Enttäuschung.

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    1. Ein bisschen hatte deine Frage wie ich zu Bio stehe zu diesem Beitrag beigetragen ;).
      Am Anfang hatte ich mich auch mit dem Thema Bio genauso wie mit Extensiver Weidehaltung beschäftigt und mich gefragt ob es nicht besser wäre zu diesen Produkten zu greifen, um damit etwas zu bewirken. Doch, je näher ich mich damit auseinander gesetzt habe, desto mehr habe ich für mich festgestellt, dass Bio auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Genauso wie Extensive Weidehaltung.

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  9. Also. Ist schon wieder son Thema wo mir Hörnchen wachsen. ^^
    Allerdings muss man immer etwas aufpassen welches label drauf ist. Demeter zum beispiel hat wesentlich höhere Auflage als andere zum beispiel. Aber gut egal.

    Und um ehrlich zu sein derjenige der sagt er isst kein Fleisch usw. Braucht aus meiner Sicht auch keinen fleischersatz der zwar vegetarisch ist aber wie Wurst oder Fleisch schmekt. Entweder lass ich es ganz oder garnicht.

    Aber ich habe schon festgestellt das sich unsere Meinungen nie ganz zusammen finden ;-). Aber ist ja auch ok wenn jeder nen anderen Blickwinkel hat 🙂

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    1. Stimmt, Demeter hat weit höhere Auflagen als so manch anderes Biolabel. Es fördert bessere Haltungsbedingungen. Die Prsktiken unterscheiden sich jedoch nicht wesentlich zu denen in der konventionellen Tierhaltung.

      Um ehrlich zu sein finde ich unterschiedliche Betrachtungsweisen sehr spannend und auch interessant. Denn Austausch ermöglicht sich Wissen anzueignen.

      Die These als Vegetarier oder Veganer solle man keine Fleischersatzprodukte essen ist mir schon öfter begegnet. Was ich mich dabei frage ist wieso man als Veg gleich den radikalen Weg gehen soll?
      Viele verzichten ja nicht auf Fleisch weil es ihnen nicht schmeckt oder nicht geschmeckt hat. Abgesehen davon bietet es die Möglichkeit zu fleischfreien Alternativen. Was ich als durchaus positiv betrachte. So hat man als Mischköstler z.B. die Wahl das was man kennt beizubehalten, statt von 0 auf 100 zu gehen.Denn gerade die Betrachtung vegan oder vegetarisch zu leben sei mit Verzicht verbunden ist es was viele zum Teil hadern lässt.
      Davon abgesehen sind viele Echtfleischprodukte auch nicht unbedingt realitätsgetreu. So z.B. Chicken Nuggets oder Würstchen.Hierbei könnte man dann auch darauf verweisen wieso man als Mischköstler entfremdete Fleischkreationen oder nur Filetstücke essen möchte, statt „echtem“ Fleisch.

      Lg

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      1. Ja ich bin eben der Meinung was Fleisch Ersatz angeht, dass sich Person xy selbst dazu entschieden hat kein Fleisch mehr zu essen. Aus welchem Grund auch immer. Und ich kann es nicht nachvollziehen, wenn man sich dazu entscheidet, warum man dann einen Fleischersatz isst, wenn man sich doch dagegen entschieden hat? Ich meine klar es ist kein Fleiß drin. Aber trotzdem wozu brauch ich das dann. Ist sowas was nicht in mein hirn geht. Wobei ich bei diversen probier Attacken für mich festgestellt habe, das es mir nicht wirklich zusagt und ichs lieber beim grillen bei gebratenem Gemüse belasse oder Kartoffeln Futter 🙂

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      2. Hallo silli! Wenn du nicht verstehst, warum man als Veggie Fleischersatz isst, dann verstehst du vermutlich in erster Linie nicht, warum man sich dazu entscheidet, Vegetarier/Veganer zu werden. Nämlich nicht deshalb, weil Fleisch einem nicht schmeckt. Und auch nicht deshalb, weil man einer verrückten Religion anhängt, die einem möglichst viele Verbote auflegt. Sondern deshalb, weil Fleisch nicht an Bäumen wächst, sondern untrennbar mit dem Quälen und Töten anderer Lebewesen verbunden ist. Fleisch-Ersatz ist „Fleisch, das an Bäumen wächst“. Ich kann ein würziges, proteinhaltiges Lebensmittel essen, ohne dafür irgendjemandem Schaden zufügen zu müssen. Und wenn es mir schmeckt, warum sollte ich das nicht tun?

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      3. Das ist mir schon klar das vegetarisch zum einen mit dem zusammen hängt was du sagst. Aber es gibt auch die anderen. Soll nämlich auch Leute geben die kein Fleisch mögen. Klingt komisch ist aber so.

        Und wenn ich würzig essen will braucht man aus meiner Sicht auch keinen fleischersatz. Ist für mich kein Argument.

        Aber gut jedem das seine

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      4. Es behauptet auch niemand, dass man Fleischersatz ‚braucht‘. Man braucht auch keine Kartoffeln oder Paprika. Aber all das existiert, tut keinem weh und bereichert den Speiseplan. Warum sollte man es also nicht essen (außer wenn es einem nicht schmeckt)?

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