Ist „SuperMeat“ vielleicht die Zukunft? Oder: Wie wäre es, wenn man Fleisch essen könnte, ohne dass dafür ein Tier sterben müsste?


Fleisch war seit jeher Bestandteil unserer Ernährung. Der Mensch ist schließlich ein Allesesser und dementsprechend wird es sicher den einen oder anderen geben, der sich auf eben diese Natur bezieht oder einfach so Fleisch essen will. Na ja, wenn da nicht die Sache mit der Tierhaltung wäre. Und die Sache mit der Umwelt – Regenwaldabrodung, Überdüngung durch zu viel Gülle, Todeszonen und so. Die Sache mit dem Resourcenverbrauch – 15000 Liter Wasser, ganz schön viel für nur 1 Kilo Rindfleisch… Und damit einhergehend die Sache mit dem Bevölkerungswachstum und die Frage wie diese ganzen Menschen nur satt werden sollen?

Für einige, mich eingeschlossen, sind das alles gute Gründe kein Fleisch und manchmal auch überhaupt keine Tierprodukte mehr zu essen. Aber was, wenn man jetzt trotzdem weiter Fleisch essen möchte?

Bio ist zwar etwas besser für die Tiere, da haben sie mehr Platz und bekommen besseres Futter, doch am Ende landen sie eigentlich bei demselben Schlachter wie die Tiere aus weniger schöner Haltung.

Im Moment hat man also die Wahl zwischen 98 Prozent Massentierhaltung und pie mal Auge circa 2,2 Prozent Bio.
Doch was wenn man Fleisch essen könnte ganz ohne, dass dafür ein Tier sterben müsste? Ganz ohne Qualhaltung? Ohne Regenwaldabrodung? Ohne Ressourcenverschwendung? Was wäre dann? Wäre das eine mögliche Alternative?

Nun heißt es ja oft Natürlichkeit sei gut und Unnatürliches schlecht. So sind manche u.a. skeptisch wenn es beispielsweise darum geht, dass man als Veganer ein Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin B12) zu sich nehmen muss. Doch wie sieht das mit gezüchtetem Fleisch aus dem Labor aus?

SuperMeat jedenfalls verspricht eine mögliche Alternative gegen derzeitige Praktiken zu sein.

Wie genau das funktioniert?

Erklärt wird das ganze wie folgt:
1. Es wird ein kleines Gewebestück eines Huhns entnommen.
2. Die Zellen werden dupliziert und zum Wachstum angeregt.
3. Die Zellen wachsen in einer speziell dafür ausgerichteten Umgebung zu Gewebe heran
4. Die Gewebe wachsen heran zu echtem Fleisch

Näheres erläutert auch dieses Video hier:

 

What´s the conclusion?

Für mich persönlich wäre „SuperMeat“ nicht wirklich eine Alternative. Hauptsächlich deshalb, weil mir der Gedanke Fleisch zu essen heute einfach nur noch befremdlich erscheint.
Nichts desto trotz wäre Fleisch aus dem Labor vielleicht genau das was alle zufrieden stellen würde/könnte. Diejenigen, die unbedingt Fleisch essen wollen und diejenigen, die Tierleid ein Ende bereiten möchten.

Doch was denkt ihr darüber?

 

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9 Kommentare zu „Ist „SuperMeat“ vielleicht die Zukunft? Oder: Wie wäre es, wenn man Fleisch essen könnte, ohne dass dafür ein Tier sterben müsste?

  1. Das ist irre – aber wahrscheinlich wirklich die Zukunft… Würd ich’s essen? Erstmal will ich wissen, ob das wirklich funktioniert. Hoffe, die finden genügend Geldgeber um es ausprobieren zu können… Tja, und dann bin ich wahrscheinlich neugierig und würde es probieren!
    Und in 10 Jahren essen alle nur noch dieses Fleisch, weil es bis dahin endlich verboten ist, Tiere in Massen zu halten…

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  2. Aus der Perspektive eines Veganers hört sich das wirklich total befremdlich und unnütz an. Aber vielleicht wäre das tatsächlich eine Option für überzeugte Fleischesser. Interessant wäre zu wissen, wie da das Kosten-Nutzen Verhältnis ist im Vergleich zur jetzigen Fleischproduktion.

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      1. Dann kann diese Methode hoffentlich bald unnötiges Leiden beenden! Wobei sie einem wirklich irgendwie absurd erscheint, und man stockt bei dem Gedanken daran und ist sich nicht sicher, ob man das tatsächlich will.

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  3. Für meine Ohren klingt das vollkommen verrückt!!

    Ich sehe das eigentliche Problem auch nicht darin, „was“ genau wir konsumieren, sondern das wir dabei einfach jegliches Maß verloren haben!! Da esse ich lieber einmal pro Monat eine selbst geschlachtete Taube aus dem eigenen Taubenstall, statt mich von eventuell importierter Ersatznahrung aus ungeklärten Produktionsbedingungen, geschweige denn im Labor kultivierten Zellklumpen, zu ernähren!

    Der menschlichen Maßlosigkeit wird damit wohl kaum eine Ende gesetzt, eher im Gegenteil!

    Dabei hat die Natur so viel Unglaubliches zu bieten und versorgt uns auf teils kuriose Art und Weise mit Nahrung! Warum also nicht einfach nutzen, was die Welt uns schenkt? Auf was der ein oder andere verzichtet, steht dabei ja jedem selber frei, aber was die Natur uns bietet, sollten wir so gut es geht nutzen! Und wenn wir das tun, braucht kein Mensch im Labor kultiviertes Fleisch!

    Liebe Grüße!

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    1. Die Sache mit dem Maß ist ein wirklich guter und auch wichtiger Punkt.
      Denn, würden wir mehr Maß halten, gerade in Bezug auf den Konsum von Tierprodukten. wären die Umstände hinsichtlich Tierethik, Umwelt und Ressourcenaufkommen nicht so wie sie heute sind.
      Doch ob der Mensch wirklich bescheidener wird?
      Ich denke, wenn dem so wäre, dann würde es solche Entwicklungen bzw. Erfindungen gar nicht erst geben.

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  4. Hmjaaa… also ne. Essen wollen würde ich´s nicht. Zum einen verzichte ich ja nicht nur aus ethischen sondern auch aus gesundheitlichen Gründen auf Fleisch (ja, ok, einmal alle paar Wochen wäre es vermutlich nicht schlimm), zum andern ekelt mich der Gedanke an „Fleisch aus dem Reagenzglas“ irgendwie an. Besser als Tiere zu schlachten wäre es vermutlich schon. Da müsste man halt sehen, wie die „Spender-Tiere“ dann gehalten und behandelt werden. Ob das dann WIRKLICH freilaufende, fröhlich über die Wiesen springende Tierchen sind, denen nur ab und an völlig schmerzfrei ein bissl Gewebe entnommen wird bevor man sie wieder zum Spielen schickt. Die Erfahrung macht ja misstrauisch.

    Lustig finde ich eigentlich nur, dass man Veganern ja immer sture Verbissenheit nachsagt, wenn es um ihre Ernährung geht, genau wie „Unnatürlichkeit“. Aber Fleisch MUSS man so dringend essen, dass man es lieber im Reagenzglas erzeugt bevor man auch nur einen Millimeter von seinem gewohnten Konsum abweicht.

    Aber du hast schon recht, bevor es so weiter geht wie bisher wäre das wohl immer noch die bessere Lösung. Müsste man mal abwarten wie sich das dann tatsächlich weiterentwickelt.

    PS: Wenn man sich mal anguckt, wie niedrig die Standards für „Bio“-Tierhaltung sind und wie es da in der Realität so aussieht kann da von „besser“ ja auch kaum die Rede sein – bzw. nur mit sarkastischem Unterton. Mir graut ja eigentlich immer davor, wenn jemand seinen Fleischkonsum damit rechtfertigt, dass er ja nur „Bio“-Fleisch kaufen würde.

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    1. Ich muss ja auch ehrlich sagen, dass mich der Gedanke von Fleisch aus dem Labor etwas anekelt. Und ich sehe das im Prinzip genauso wie du: Es heißt oft vegan zu leben sei unnatürlich, vor allem wie gesagt wegen VItamin B12. Aber mit Fleisch aus dem Labor ist dann plötzlich anders?
      Andererseits könnte genau das vielleicht eine Alternative sein um den derzeitigen Praktiken in der Tierhaltung entgegen zu wirken. Bleibt abzuwarten wie sich das alles entwickelt.

      Mich überzeugt Bio auch kein bisschen. Für mich ist das eigentlich nur ein Label zur Gewissensbefriedigung, dass man sich selbst sagen kann, wenn das Tier ein schönes Leben hatte, ist es in Ordnung es zu töten.
      Dennoch, wenn jemand für sich den Kompromiss macht und mehr auf Bio achtet, dann ist das durchaus etwas, das ich positiv werte und auch so betrachte.

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      1. Ich würde, ehrlich gesagt, eher auf Fleisch verzichten, als das Zeug aus dem Labor essen. Die Fleischqualität und Nährstoffzusammensetzung unterscheidet sich ja bei natürlichem Fleisch sehr (Haltung/ Futter/ etc.), das aus dem Labor wäre nur Masse, die außer Protein nichts anderes liefert. Also lieber fleischfrei 😉

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