Back to the roots: Mc Donalds will gesunde Produkte von der Speisekarte streichen.


Ein vor kurzem in der Bild-Zeitung erschienener Artikel offenbart die scheinbar zukünftigen Pläne des Fast-Food-Riesen. Statt Salaten und Co., die gesundheitsbewusste Kunden ursprünglich hatten anlocken sollen, soll jetzt genau das Gegenteil erfolgen. Gesundes weg, Burger und Pommes und billigere Softdrinks wieder her.
Der Fastfood Gigant will sich damit wieder auf seinen Ursprungskern beziehen. Back to the roots sozusagen. Nicht mehr Salat, Wraps und Co. Denn der Kunde wolle offenbar keine dieser Produkte. Denn der will lieber schnelle Burger. Das typische altbekannte Junkfood sozusagen, denn die Ladenkette mit dem gelben M hat scheinbar in den letzten 5 Jahren eine halbe Milliarde Bestellungen weniger eingefahren als die Jahre davor. Und da das rückläufige Einnahmen bedeutet und ja jedes Unternehmen darin bestrebt ist zu expandieren, ist es nur die logische Schlussfolgerung sich wieder auf das zu berufen was immer schon funktioniert hat und was der Kunde offenbar am liebsten hat. Billiges Junkfood.
Natürlich soll hierbei dann, laut Aussagen der Fastfood Kette, nicht mehr auf tiefgefrorenes, sondern auf frisches Hackfleisch gesetzt werden. Somit soll dann wohl die Qualität der Burger erhöht werden. Doch ob das letzten Endes wirklich der Fall ist?
Wer mehr dazu lesen will, kann das hier tun.

Nun ja, ich bin von so etwas natürlich weniger begeistert und frage mich an dieser Stelle auch ein bisschen warum ich McDonalds überhaupt die Aufmerksamkeit eines Blogartikels widme? Ich denke der Grund ist wohl der, dass sich das Unternehmen scheinbar an Kundennachfragen richtet. Denn der Kunde wolle scheinbar keine Salate und Co. sondern ginge vielmehr zu anderen Fastfood Ketten, um dort das zu finden was er beim gelben M nicht findet.

Dass die Etablierung eines sogenannten Bio-Burgers fehlschlägt, war ja irgendwie schon von vornherein vorauszusehen. Bio und Fastfood-Riese schließen sich schon allein durch logisches Denken aus. Zumindest meiner ganz persönlichen Meinung nach. Da brauchte man sich dann irgendwo auch nicht wundern.Man kann einfach nicht gewissenreines Fleisch zwischen zwei Brotscheiben erwarten und das zu Billigpreisen. Wenn man wirklich ein Bio-Fleischesser ist, dann bedeutet das halt auch, dass man dafür mehr Geld ausgeben muss und es dann auch logischerweise nicht jeden Tag Fleisch geben kann. Ganz einfach.
Alles andere ist schlicht und ergreifend eine Illusion zur Beruhigung des eigenen Gewissens.
So schön es auch sein mag, dass sich bei manch einem Gewissensbisse regen, so erschreckend finde ich dann doch immer wieder so manche Gewissenlosigkeit.

veggie burger
So lecker kann übrigens ein Veggie-Burger aussehen.

Gib uns die alten Burger!

Es soll also frisches, statt Tiefkühlhack geben? Was genau bedeutet das? Im Grunde doch nichts. Der Kunde soll so wohl mit steigender Qualität gelockt werden. Oh, beim Fastfoodriesen mit dem geleben M gibt es in Zukunft frisches Hack. Aber woher kommt dieses Fleisch? An der Art wie dieses produziert wird, wird sich prinzipiell nichts weiter ändern. Es wird alles beim Alten bleiben. Fleisch aus Intensivtierhaltung. Das ist das was der Kunde erhält. Nur, dass dieses dann nicht mehr tiefgefroren ist. Ist das jetzt nun wirklich besser?
Davon abgesehen möchte McDonalds sich jetzt wieder auf 3 Burgerklassiker fokussieren und diese in drei verschiedenen Größen anbieten. Nun ja, wer kennt nicht das typische Bild, dass Werbung und Realität einander oftmals widersprechen?

realitty

Links sozusagen die Werbung, das Fooddesign, und rechts die Realität.
Gerade auch als Foodblogger muss ich sagen, dass man versucht das zubereitete Essen so appetitlich wie möglich in Szene zu setzen. So bastelt man im Endeffekt am perfekten Bild, das dann schlussendlich online gestellt wird. Denn ein einfach mal so zusammen gepanschtes Etwas würde sicher auch Leser finden, jedoch nicht so ansprechend wirken.

Vom kreativen Aspekt des Inszenesetzens gewisser Essenskreationen einmal abgesehen kommt mir hier automatisch die Frage auf, was hier letzen Endes verkauft werden soll?
Man will es wohl nicht so offensichtlich in Worte fassen, denn Begriffe wie Back to the roots oder Tradition klingen ja viel ansprechender als: Statt gesundem Essen erhaltet ihr bei uns in Zukunft ungesunden Junk. Doch ist das nicht im Endeffekt genau das?
Doch vor allen Dingen: Warum will keiner die gesunden Produkte? Liegt es vielleicht daran, dass gesundheitsbewusste Menschen nicht unbedingt Fastfoodliebhaber sind?

Die lieben Kundenwünsche…

Der Kunde ist König. Und wie bei allen Produkten bestimmt dieser schlicht und ergreifend was angeboten werden soll.
Natürlich bestimmt mitunter auch die Werbung was der Kunde kaufen soll und versucht damit gewisse Produkte schmackhaft zu machen oder attraktiv aussehen zu lassen. Nichts desto trotz spielen auch Marktanalysen, die sich am Wunsch des Kunden orientieren hierbei die zentrale Rolle.
McDonalds war bekannt für schnelle Burger. Für das typische Fastfood, hat dann mal ein paar Schwenker in die gesunde Schiene versucht, festgestellt das klappt nicht so ganz, die Kunden rennen weg, also zurück auf Anfang.

Doch warum will der Kunde scheinbar lieber fettige Burger, statt gesünderer Alternativen? Was ist der Reiz? Sind die Kunden über die Hintergründe der Fleischproduktion nicht ausreichend informiert? Sollte in dieser Hinsicht noch mehr Aufklärungsarbeit betrieben werden? Oder ist der Mensch in seinen Charakterzügen doch so einfach gestrickt, dass er das Große Ganze lieber ausblendet und das irgendwo in den hintersten Winkel seines Bewusstseins schiebt?

Ich muss ja ehrlich sagen, dass mich solche Nachrichten irgendwo nicht mehr verwundern. Angesichts der Negativauswirkungen, die solche Entscheidungen mit sich bringen, kann ich darüber nur mit dem Kopf schütteln.

Was ich aus solchen Artikeln raus lese ist im Grunde folgendes: Es soll mehr Fleisch aus Massentierhaltung geben. Nur nicht tiefgekühlt, sondern frisch. Weg mit gesund, her mit ungesund.

fazit
Was soll man jetzt darüber denken?

Was soll man nun darüber denken? Was ist die Schlussfolgerung des Ganzen? I
Sollte mehr Aufklärung betrieben werden? Wird sich dieses Vorhaben der Fastfood-Kette überhaupt halten? Oder wird auch die Neuetablierung scheitern? Und was ist so appetitlich an ungesundem Junk, wenn man auch einen Teller gesunder, bunter Köstlichkeiten genießen kann?

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6 Kommentare zu „Back to the roots: Mc Donalds will gesunde Produkte von der Speisekarte streichen.

  1. Ich war seit Jahren nicht mehr bei MacDonalds. Und ich denke wer wirklich gesundheitsbewusst lebt (und sich auch ein wenig auskennt), kauft dort nicht einmal einen Salat. Denn selbst der enthält sehr viel Zucker und Fett in den Soßen, und Konservierungsmittel damit er lange frisch aussieht.
    Das Problem des Fleischkonsums ist eben, dass die Massentierhaltung so einen großen Teil der Tierhaltung ausmacht. Dadurch sind die Kunden billiges Fleisch gewöhnt, und nicht mehr bereit einen angebrachten Preis für tierfreundliche Haltung zu zahlen.
    Liebe Grüße!

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  2. Mein Versuche bei den letzten M-Besuchen, auf „gesunde“ Alternativen auszuweichen endeten damit, dass sich ein „igitt, dann ess ich lieber gar nichts dort“ eingeprägt hat. So ein Bürger hat immer gleich schlecht geschmeckt, die „gesunden Alternativen“ schlechter. Meiner Meinung nach wird das Zeug wohl gestrichen, weil es einfach keiner kaufen will.
    Sagen wir’s mal so: Für meinen Mann und mich wird die Sache dadurch deutlich einfacher. Wenn die Kids fragen ob es mal wieder zum „M“ geht, kommt von uns ein „da gibt es für uns nix zu essen, also mit uns nicht.“ Für gutes Falafel lassen wir uns dagegen gerne vom Nachwuchs abschleppen 😉

    Gefällt 1 Person

  3. Naja… im Endeffekt richten die sich jetzt halt nur wieder verstärkt nach ihrer Zielgruppe. Die gleichgültigen Esser halt. Wer sich wirklich sich bewusst, gesund und informiert ernähren möchte wird so oder so nicht zum gelben M gehen, ob jetzt Bio-Burger oder Salat im Angebot sind oder nicht, es bleibt ja so ziemlich der selbe Abfall. Und die paar Veganer, die sich dort gelegentlich ihre Portion Pommes bestellen können das ja auch weiterhin tun.

    Ein „gesundes“ oder gar „ethisches“ M wird es sowieso nie geben, da mache ich mir nix vor. Der Rest muss jetzt also einfach weiter machen wie bisher: auf Aufklärung setzen und geduldig sein. Ob die da jetzt Salat und Wraps anbieten oder nicht macht unterm Strich ja eh keinen Unterschied, erst recht nicht wenn die Leute das Zeug ihrer Begierde dann halt eben im Laden nebenan gekauft haben.

    Gefällt 2 Personen

  4. Hallo,

    ein wirklich interessanter Artikel. Ich persönlich habe mich vor ca. 2 Jahren dazu entschieden, diese
    Kette einfach nicht mehr unterstützen möchte, schlichtweg aus dem Grund, dass es für mich kein „reales“ Essen ist. Und ich mich nicht gut danach fühle ^^

    Ich bin der Ansicht, dass viele Menschen es natürlich ausblenden für was diese Kette eigentlich steht und es leider auch noch so ist, dass es vielen egal ist was sie Essen :/

    Nun vielleicht hat der Einbruch der Zahlen nicht nur damit zu tun, dass die „gesunden“ Sachen nicht funktioniert haben, sondern dass Mcdoof einfach weniger Kunden hat, weil diese sich neu orientieren 😉

    Viele Grüße,
    Ellie

    Gefällt 1 Person

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