Was bringt es eigentlich Veganer zu sein?


Was hat es für einen Sinn auf Tierprodukte zu verzichten? Dadurch wird man doch auch nicht viel verändern können, oder?

Die Frage was es überhaupt bringt Veganer zu sein, begegnet einem immer mal wieder. „Ein Einzelner kann doch auch nicht viel bewegen“, heißt es öfter mal. Und vielleicht wird man dann darauf antworten, dass ein Einzelner zwar immer nur einen kleinen Schritt tätigen kann, dass aus dem Einzelnen jedoch irgendwann mehrere werden, desto mehr Menschen umdenken, und dann letztendlich daraus eine Masse entsteht, die dann wiederum durchaus etwas bewegen kann.
Vielleicht wird man dabei dann auch Beispiele aus der Vergangenheit heranziehen. Dass es damals als es um die Gleichberechtigung Schwarzer ging, auch erst ein paar Wenige sich für das, an was sie glaubten einsetzten und dass es heute als selbstverständlich gilt, dass Rassismus moralisch betrachtet alles andere als positiv zu bewerten ist. Praktisch, dass damals die Menschen, die breite Masse also, auch nicht dem Einzelnen glaubte, sich die Sichtweisen der breiten Massen heute dazu jedoch grundlegend geändert hat. So würde heute wohl kaum einer, vielleicht nur ein paar Wenige, sagen, dass Sklaverei etwas Gutes sei.

Ich habe inzwischen viele Aufnahmen aus Schlachthäusern oder Mastbetrieben gesehen. Szenen, aufgenommen von Tierschützern, in denen Tiere alles andere als gut behandelt werden. Alles für die Massenproduktion.

Was bringt es da Veganer zu sein?

Egal ob from Farm to Fridge, meet your meat, Food inc (Trailer), Earthlings oder Cowspiracy (Trailer). Und es gibt noch viele weitere. Alles Zeugnisse einer Realität, die mir so nicht gefällt.
Ich brauche mir diese ganzen Dinge auch nicht mehr von Neuem ansehen, um mir dessen bewusst zu werden was der heutigen Realität entspricht. 98 % aller europäischen Tierprodukte und 99 % aller amerikanischen Produkte werden auf diese Art und Weise hergestellt. Zumindest wenn wir von Produkten für die Masse sprechen.
Ich kenne die Prozentuale Verteilung, habe das Tierschutzgesetz durchgelesen und mit der gängigen Praxis verglichen, mich über „humanes“ Schlachten informiert, mich dabei mit den Dunkelziffern beschäftigt, mich auf der Seite der WHO rumgetrieben, Stellungnahmen verschiedener Ernährungsorganisationen in Bezug auf den gesundheitlichen Aspekt einer veganen Ernährung durchgelesen und so vieles mehr.
Ich denke ich habe mich mittlerweile ziemlich ausführlich mit der Thematik beschäftigt. Und so steht für mich persönlich nach wie vor fest, dass ich auf Tierprodukte verzichten werde. Ganz egal ob jemand anderes vielleicht meint das sei extrem oder dergleichen.
Es ist nicht immer einfach. Aber meine ganz persönliche Entscheidung. Egal ob sich jemals etwas drastisch ändert, ob die Mehrzahl der Menschen irgendwann umzudenken beginnt, für mich ist es die richtige Entscheidung. Mein Weiß sozusagen.

Ich war einmal Vegetarier und habe wieder begonnen Fleisch zu essen. Damals wusste ich von Massentierhaltung nichts. Irgendwo entfernt, jedoch nicht wirklich bewusst. Es gab andere Gründe warum ich kein Fleisch mehr aß.
Heute ist das anders. Doch gerade deshalb kann ich auch nachvollziehen wenn jemand nach jahrelangem Vegetariersein wieder zum Mischköstler wird. Es gibt viele Faktoren, die eine Rolle spielen. Wenn man einer Minderheit angehört (und das sind Veganer und Vegetarier nunmal), ist es nicht immer leicht gegen den Strom zu schwimmen. Vielleicht macht es einem die Familie nicht leicht, vielleicht ist der Partner ein totaler Fleischliebhaber, vielleicht sind manche Menschen einfach intolerant und wollen einen in eine Schublade stecken, vielleicht usw.
Dem entgegen gibt es aber auch immer wieder Menschen, die sich sogar die Mühe machen für einen vegan zu kochen, die offen für Rezeptvorschläge sind, die sich auch mit einem darüber unterhalten. Menschen, die nicht vegan leben, aber ein aufgeschlossenes Gemüt beweisen. Positive Beispiele eben ;).

Andererseits, manche denken manchmal vegan zu leben sei eine Art von Heuchelei. Man kann nicht in allem perfekt sein, vielleicht sollte man als Veganer noch mehr leisten als der Durchschnittsmensch um dieser Perfektion zu entsprechen. Andererseits könnte einem diese „Perfektion“ dann wieder als extrem oder gar herablassend ausgelegt werden. Denn man halte sich ja für was besseres, sei ein Gutmensch und Weltverbesserer, der sonst keine Inhalte in seinem Leben habe.
Leicht daher gesagt. Denn jeder hat sein Päckchen zu tragen.

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Was bringt es also Veganer zu sein?

Für mich ist es simpel ausgedrückt die für mich persönlich richtige Entscheidung. Jeder muss selbst wissen welche Konsequenzen er zieht, wie er mit der Thematik umgeht. Informationen dienen lediglich dazu Wissen zu vermitteln und stehen so gesehen erst einmal ohne Bewertung da. Somit liegt es letzten Endes an einem jeden selbst wie er etwas betrachtet und wie er etwas letztendlich bewertet.

Ob nun die Mehrzahl der Menschen irgendwann einlenkt und ob sich etwas drastisch ändert wäre wünschenswert. Ich denke jedem, dem Tier- und/oder Umweltschutz am Herzen liegt, wird natürlich auch eine Veränderung der aktuellen Praktiken in Sachen ein Anliegen sein. Nichts desto trotz kann man nur Informationen für sich sprechen lassen, versuchen einen kleinen Beitrag zu leisten. Ob sich etwas ändert liegt letztendlich wiederum an der Masse.

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2 Kommentare zu „Was bringt es eigentlich Veganer zu sein?

  1. Toller Beitrag! Mir persönlich ging es zu Beginn vorallem darum es auch viel, die Massentierhaltung nicht unterstützen zu wollen. Und gar nicht unbedingt Datum etwas bewirken zu können. Jetzt sehe ich das auch etwas anders, aber viele Veganer haben unterschiedliche Beweggründe sich vegan zu ernähren. Der Effekt bleibt ja der selbe. Ich bin mir sicher, dass wir in der Zukunft noch ganz viel bewirken können! Liebe Grüße, Anke 💕

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