What The Health – Veganerpropaganda oder informative Dokumentation?


Wer kennt noch nicht die Dokumentation „Cowspiracy„? Wer sie bislang nicht gesehen hat, sollte dies auf jeden Fall nachholen. Denn sehenswert und vor allem informativ ist der Inhalt dieser Dokumentation auf alle Fälle. Doch trifft das auch auf den Nachfolger „What The Health“ von Kip Andersen und Keegan Kuhn zu? 

Eines lässt sich jedenfalls schon einmal vorweg sagen: Die Dokumentation liefert eine klare Message. Ernähre dich rein pflanzlich, also vegan, das ist das Beste was du für deine Gesundheit machen kannst.
Gerade eine solche Message könnte bei so manchem Zuschauer den Eindruck erwecken, dass hierbei einfach nur der Konsum von Tierprodukten schlecht geredet werden soll. Und das kann man so manchem auch nicht verübeln. Schließlich leben wir in einer Gesellschaft, in der es normal ist Tierprodukte zu essen. Wir sind ja schließlich Allesesser. Davon abgesehen hat Fleisch oder Milch doch auch viele positive Vorteile für die Gesundheit. Man denke nur an das ganze Protein und… das Kalzium, das ja bekanntermaßen die Knochen stärken soll.

Gerade an diesem Punkt widersprechen die Macher, sowie einige der interviewten Ärzte in der Dokumentation. So konsumieren wir doppelt so viel Protein als eigentlich benötigt. Und auch was Milchkonsum angeht, stellt sich die Frage warum die Länder, welche das höchste Konsumaufkommen haben auch am meisten an Osteoporose erkranken?

„Woher bekommst du deine Ballasstoffe?“

Geht es nach Dr. Michael Greger, so sollte prinzipiell das die Frage sein, welche man sich stellen sollte, Denn genau davon hat der durchschnittliche Amerikaner (sowie Deutsche) zu wenig.

Doch erst einmal der Reihe nach.

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Fleisch – das Karzinogen

Die Dokumentation beginnt mit der medialen Meldung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass verarbeitetes Fleisch (Würstchen, Speck, Salami, Chickennuggetts usw.) ein Karzinogen ist. Genauer ein Karzinogen der Klassifiktation 1. Also ähnlich wie Nikotin, Asbest oder Plutonium. Ein Ergebnis, das aus einer Metaanalyse von 800 Studien aus 10 verschiedenen Ländern erhoben wurde. 
So beginnt Kip sich die Frage zu stellen warum der Konsumer nicht genauer davor gewarnt wird? Warum bekommen kleine Kinder das zu essen?

Schon der Verzehr von 50 g verarbeitetem Fleisch pro Tag erhöht das Risiko an Darm- und Magenkrebs zu erkranken um 18 Prozent.
Damit jedoch nicht genug. Auch rotes Fleisch wird von der WHO als Karzinogen der Klassifikation 2 bewertet.

Weiter stellt Kip sich die Frage warum zum Beispiel die American Cancer Society auf ihrer Homepage nicht über genau diese Information berichtet? Warum empfielt die Organisation, trotz Bekanntgabe der WHO, weiterhin verarbeitete Fleischprodukte zu essen?

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Krankheit als Folge falscher Lifestyle-Entscheidungen?

Diabetes, Arteriosklerose, Herzinfarkte, Koronare Herzerkrankungen…
Fast zwei Drittel aller Amerikaner sind heutzutage übergewichtig. Ein Trend mit steigender Tendenz. Bereits in den nächsten 25 Jahren soll jeder Dritte an Diabetes erkrankt sein.
Alles eine Folge falscher Lifestyle-Entscheidungen?

Defitiv ja, wenn es nach den Befragten innerhalb der Dokumentation geht. 70 Prozent aller Tode gängiger Zivilisationskrankheiten sind die Folge falscher Lifestyle-Entscheidungen. Allen voran dem was wir essen.

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Diabetes – ist wirklich der Zucker schuld?

Fast schon genervt atmet Dr. Neil Bernard auf, als Kip ihm diese Frage stellt. Doch die simple Antwort darauf ist: Nein. Kohlenhydrate führen nicht zu Diabetes. Es ist das Fett in unserer Blutbahn, das dafür sorgt, dass Zellen blockiert werden und der Zucker nicht mehr aus unserem Blut in die Zellen gelangen kann.
Kurzum: Menschen, die sich kohlenhydratreich ernähren haben weniger häufig Diabetes als Menschen, die dies nicht tun.

Das Verteufeln von Kohlenhydraten soll im Grunde genommen von den Folgen des Tierproduktekonsums ablenken. Iss wenig Kohlenhydrate und viel Fett und du wirst schlank.
Paleo, Lowcarb oder neuerdings Keto… bedenklich. So sollten die Menschen, die sich heute nach diesen Ernährungsformen ernähren einmal die Frage stellen wie es um ihre Arterien bestellt ist? Woher die Geschichten kämen vom durchtranierten 39-Jährigen, der plötzlich einen Herzinfarkt erlitt.

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Zivilisationskrankheiten – eine primäre Folge tierischen Proteins?

Eines wird schnell deutlich, Krebs sowie Herzerkrankungen sind, laut What The Health, eine Folge des in unserer Gesellschaft gesteigerten Tierproduktekonsums. Denn nicht nur verarbeitetes Fleisch und rotes Fleisch wirken karzinogen, auch Milch steht im Verdacht Brustkrebs zu fördern, das Risiko für Prostatakrebs sowie Hodenkrebs bei Männern zu erhöhen.

Laut USDA, dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten, drüfen Eier weder als gesund oder nährstoffreich bezeichnet werden. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Dr. Kim Williams, Vorsitzender des American College of Cardiology mit über 47.000 Mitgliedern und selbst Veganer sagt, dass sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Reduktion von Tierproduktekonsum und Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und der Sterblichkeitsrate bei Männern. Desto geringer der Anteil tierischen Proteins, desto positiver für die eigene Gesundheit.

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Wenn Ernährungsempfehlungen gekauft werden.

Ein ziemlich deutlicher Punkt der Dokumentation ist, dass Insitiutionen, wie beispielsweise die American Diabetes Association (ADA), aber auch wie die American Cancer Society (ACS), von Unternehmen, welche Tierprodukte herstellen und verkaufen unterstützt werden. So finden sich auf den Internetseiten beider Unternehmen Ernährungsempfehlungen zu Gerichten mit verarbeitetem Fleisch, Hühnchen, Milchprodukten usw.
Doch warum das, wenn verarbeitetes Fleisch ein Karzinogen ist, gesättigte Fettsäuren das Risiko für Herzinfarkt und Herzerkrankungen erhöhen sowie Cholesterin zu Arteriosklerose führt? Warum?

Für Kip ist klar, dass die Fleisch- sowie Milchlobby einen hohen Anteil an der ganzen Sache hat. Dass viele Studien, sowie Empfehlungen an die Allgemeinbevölkerung nicht unabhängig von diesen Organisationen getroffen werden.

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Der Mensch ist kein Allesesser.

Wären wir ein typischer Allesesser, würden wir keine Arteriosklerose bekommen. Wir hätten auch kein Problem mit Cholesterin.
Vielmehr sind wir Pflanzenfresser, so die Erklärung der Doku. Genauso wie unsere direkten Verwandten die Chimpansen, die sich zu 97% von Pflanzen und ein paar Insekten ernähren. Unser gesamter körperlicher Aufbau, unser Gebiss sowie unser Verdauungstrakt, entsprechen in keinster Weise der eines Allesessers. Vielmehr benehmen wir uns eigentlich nur wie ein solcher.

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Und was ist nun das Fazit?

Die Dokumentation ist in Sachen Gesundheit eindeutig eine Fürsprechung für eine pflanzenbasierte bzw. vegane Ernährung. So manches betrachte ich ein wenig skeptisch, in vielem anderen stimme ich zu.
Dass Fleisch als Karzinogen klassifiziert wurde, geht meiner Ansicht nach in unserer Gesellschaft noch viel zu sehr unter. In Gesprächen um Veganismus heißt es öfter mal die ganzen Ersatzprodukte für Fleisch und Käse seien ja ungesund, aufgrund der in ihnen enthaltenen Zusatzstoffe. Oder aber Soja sei ja gesundheitlich ganz schlimm.
Ich sehe die Relation da etwas anders und denke man sollte, wenn man sich um seine Gesundheit in Ernährungsfragen ernsthaft Gedanken macht, die Nachricht der WHO in Bezug auf verarbeitetes Fleisch sowie rotes Fleisch etwas mehr in den eigenen Fokus rücken.

Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass ein zu hoher Konsum an Tierprodukten unserer Gesundheit mehr schadet, als gut tut.
Die durchschnittliche europäische sowie amerikanische Ernährung ist viel zu tierproduktlastig. Wir essen zu wenig Grünzeug. Und überhaupt ist die Tendenz die, dass wir immer gewichtiger werden. Es gibt allgemeine Ernährungsempfehlungen, hierzulande die 10 Regeln der DGE, oder aber auch die allgemeinen Empfehlungen der WHO, doch die Wahrheit ist wohl, nur die wenigsten halten sich wirklich daran.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen tendieren meist auch zu einem moderaten Konsum. Es soll praktisch die goldene Mitte gewählt werden. Ich denke das hat auch viel damit zu tun wie aufgeschlossen die Allgemeinbevölkerung ist.
Die meisten essen nun einmal Tierprodukte, insofern hält sich auch die WHO in Sachen verarbeitetes Fleisch ist ein Karzinogen an eben diese goldene Mitte und rät zu moderatem Konsum. Etwas fraglich, wie ich finde.

Mit Ernährung lässt sich definitiv einiges machen. Und dieser Punkt kommt gerade in der Medizin noch viel zu kurz. Vielmehr werden nur Symptome, statt die Ursache behandelt.
What The Health ist auf jeden Fall sehenswert. Gerade wenn man sich für Ernährung und Gesundheit interessiert, sollte man diese Doku einmal gesehen haben.

 

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3 Kommentare zu „What The Health – Veganerpropaganda oder informative Dokumentation?

  1. Mir hat die Doku überwiegend auch gefallen. Die Botschaft „Fleisch=Krankheit“ und Vegan=Gesundheit“ wird schnell deutlich. Es ist schon erschreckend wie stark die Lebensmittel- und Gesundheitslobby zusammenarbeiten. Ich finde es auch schade, dass zu wenig Aufklärung seitens der WHO zum Thema Karzinogenen im (verarbeiteten) Fleisch stattfindet.

    Gefällt 1 Person

  2. Grundsätzlich finde ich auch, die Doku ist echt sehenswert, auch wenn sie an manchen Stellen evtl. einen Tick zu reißerisch ist, was von einigen bemängelt wird. Dennoch denke ich, sie bringt es auf den Punkt, vor allem halt für Menschen, die sich bisher noch GAR NICHT diesbezüglich informiert oder geöffnet haben.

    Für mich hatte die Doku schon mal einen sehr positiven Effekt, da diese die erste ist, die ich meiner Mutter mal schmackhaft machen konnte (schreibe da grade an einem Bericht…) – mit dem Ergebnis, dass sie sich jetzt tatsächlich zumindest schon mal vegetarisch ernährt! (bzw. als Wurstersatz nimmt sie auch die veganen Sachen).

    Das ist für sie echt schon mal ein Riesenschritt und man merkt, dass es jetzt so langsam anfängt in ihr zu arbeiten, da bin ich sehr stolz auf sie 🙂

    Gefällt 2 Personen

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