Veganer? Vegetarier?… Von Begrifflichkeiten und wie wichtig sind diese überhaupt?


Vor Kurzem habe ich darüber berichtet, dass ich für mich entschieden habe, was meine Ernährungsweise angeht, ab und an auch mal vegetarische Ausnahme zu machen. In diesem Zusammenhang habe ich mir nun auch diverse Fragen gestellt. Unter anderem ob ich nun überhaupt noch Veganer bin? Ob ich mich als solchen überhaupt noch bezeichnen darf oder sollte? Und ob solche Begrifflichkeiten überhaupt wichtig sind oder uns nicht eigentlich selbst nur einengen?

Im Grunde hatte sich für mich, als ich diesen Beitrag hier schrieb, nicht viel geändert. Von daher empfand ich für mich selbst kein Problem darin mich trotz dieser Entscheidung weiterhin als Veganer zu bezeichnen. Da aus meiner Sicht vegan auch weiterhin den Hauptteil meiner Ernährungs- sowie Lebensweise ausmacht.
Doch die Meinungen gehen wohl hierbei auseinander. So habe ich für mich selbst noch einmal etwas ausführlicher darüber nachgedacht.

Hätte man mich vor drei Monaten gefragt ob ich jemals wieder Tierprodukte essen würde, ich hätte nein gesagt. Klar und deutlich. Jedes Mal, wenn mich andere gefragt haben ob ich bei diesem oder jenem Produkt nicht mal eine Ausnahme machen möchte, habe ich abgelehnt. Es war für mich in diesen Momenten auch keine Sache des Verzichts, denn ich tat es aus Überzeugung. Doch nun hat sich meine Sichtweise doch geändert.
Als Veganer sagte ich auch immer: „Ich verzichte nicht. Ich darf essen was ich möchte. Ich möchte nur keine Tierprodukte essen.“

Die Frage, die sich mir nun stellt ist jedoch eine andere. Und zwar die der Begrifflichkeit.
Bis vor Kurzem war das klar. Ich aß keine Tierprodukte und war somit Veganer. Ich habe mich durch diese Bezeichnung auch für mein Empfinden nie eingeengt gefühlt. Dennoch habe ich mich damit auch identifiziert. Nicht dass es das Vegansein ist, das mich als Mensch ausmacht, sondern dass es eben eine für mich ethische Überzeugung war und nach wie vor ist. Denn Tiere sind für mich einfach fühlende Lebewesen, genauso wie wir Menschen auch. Daher möchte ich ihnen so wenig schaden wie möglich.
Doch da sich nun meine Ernährungsweise ein Stück weit geändert hat, darf ich mich da überhaupt noch Veganer nennen? Oder bin ich jetzt ein Vegetarier? Oder keines von beidem? Oder sollte ich mich komplett von diesen Begrifflichkeiten distanzieren und sagen ich ernähre mich vegan/vegetarisch?

Es gibt im Feld des Vegetarismus verschiedene Formen:

  • Pescetarier: Meiden Fleisch, essen dennoch Fisch
  • Ovo-Lakto-Vegetarier: Meiden Fleisch und Fisch
  • Lakto-Vegetarier: Meiden Fleisch, Fisch und Eier
  • Ovo-Vegetarier: Meiden Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte
  • Veganer: Meiden alle tierischen Produkte, also Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Honig.

Wenn ich all diese Definitionen betrachte, so gehöre ich wohl aktuell in keine davon.

Ich persönlich habe da wohl eine etwas andere Ansicht, dass ich nicht finde, dass Begrifflichkeiten einen einengen. Denn das was einen schlussendlich dabei einengt ist vielmehr das was man daraus macht. Sei es man selbst oder andere. Denn Begriffe sind nur Worte. Gefüllt mit bestimmten Inhalten werden sie letzten Endes nur von uns. Durch das was wir damit assoziieren, welche Vorstellungen wir davon haben, aus unserer Sichtweise und unseren Gedanken.

Allgemein denke ich man sollte nicht zu sehr in Kategorien denken.

Es gibt Veganer, die Kleidung secondhand aus Echtleder erstehen. Nun könnte man diesen Aspekt auch von zwei Seiten betrachten. Als Veganer sollte man kein Leder tragen, sagen manche, selbst wenn es secondhand erstanden wurde. Andere wieder sehen das lockerer und sagen, dass diese Artikel ja nicht neu produziert wurden und es daher in Ordnung wäre diese zu kaufen und zu tragen.
Andere werden einen wieder unabhängig davon kritisieren, selbst wenn man ein Paar Lederschuhe trägt, das man schon seit keine Ahnung wievielen Jahren vor dem Entschluss vegan zu leben besitzt. Denn ein Veganer darf doch keine Kleidung aus tierischen Produkten tragen.
Manche werden sagen, dass Veganer auch keinen Honig essen dürfen. Wieder andere sagen, dass man das in diesem Bereich nicht so eng sehen sollte.
Medikamente sind auch so ein Thema. Es gibt Veganer, die auf Medikamente angewiesen sind, die nun einmal vorher im Tierversuch getestet wurden. Ein weiterer Kompromiss ist auch dann gegeben, wenn man als Veganer eine Operation vornehmen muss und zum Beispiel narkotisiert werden muss. Denn auch diese Medikamente wurden ganz sicher an Tieren getestet. Es gibt auch Veganer, die mitunter Kosmetikprodukte benutzen, die eher vegetarisch als vegan sind. Oder wenn man zum Frisör geht, so kann es sein, dass dabei auch unvegane Produkte verwendet werden wie das Shampoo zum Beispiel (es sei denn man bringt immer seine eigenen Produkte mit oder besucht einen Frisör, der nur vegane Produkte verwendet) usw.

Wo genau setzt man nun an?

Wenn ein Veganer ein Mal im Jahr etwas Vegetarisches isst, darf er sich dann nicht mehr als solchen bezeichnen? Selbst wenn es vielleicht ein Produkt mit Honigüberzug ist? Oder wenn man ein Mal im Monat etwas Vegetarisches isst, dann ist man auch kein Veganer mehr? Oder wenn man aus Versehen etwas mit einem Tierprodukt darin gegessen hat, soll man es als Veganer dann wegwerfen oder essen, wenn man es keinem anderen geben kann? Und wenn man dann dieses Produkt mit tierischem Inhalt gegessen hat, weil es Lebensmittelverschwendung wäre es wegzuwerfen, ist man dann auch kein Veganer mehr?

Als Veganer wird man sehr oft von Außen kritisiert, dass man nicht vegan genug ist, nicht konsequent genug, dass das alles keinen Sinn macht, da man ja sowieso nicht zu 100 Prozent vegan leben kann usw. Es gibt unzählige dieser Kritikpunkte. Trug ich ein Paar Lederschuhe, so wurde ich natürlich auch öfter mal von Außen darauf angesprochen. Denn ein Veganer hat ja dieses oder jenes zu beachten. So dürfte man, laut Sicht mancher, dann auch nicht mal Auto fahren, denn auch darin sind oftmals tierische Produkte verarbeitet. Oder aber ein weit verbreitetes Argument – das Umpflügen von Acker, wodurch Kleintiere zu Schaden kommen. So wird man dann bei den Kompromissen, die die Aspekte unserer heutigen Gesellschaft mit sich bringen, gerne mal als heuchlerisch bezeichnet.

Doch wo zieht man nun als Veganer die Grenze, in dem was man bei sich selbst und anderen Veganern als akzeptabel empfindet und was nicht?

Ich persönlich denke das ist wohl individuell. Genauso individuell wie man es mit weiterführenden Themen hält. Verzichtet man zusätzlich auf Palmöl? Achtet auf ZeroWaste? Lebt minimalistisch? Ersteht nur noch nachhaltige und fair gehandelte Mode?

Vegan zu leben ist für mich nach wie vor, aufgrund der dafür vorliegenden Argumente, die konsequenteste Ernährungsweise. Egal ob in Sachen Tierethik oder Umwelt.  Dennoch habe ich mich selbst davon gelöst das Ganze allzu kritisch zu betrachten.
Wenn sich zum Beispiel jemand vegetarisch ernährt, aber ab und an Fisch essen möchte, dann plädiere ich lieber dafür die Sache etwas lockerer zu betrachten, als dass dieser Mensch langfristig vielleicht die Lust an der vegetarischen Ernährung verliert. Und genauso sehe ich das mit der veganen Lebensweise auch. Wenn es jemandem besser damit geht ab und an etwas Vegetarisches zu essen und dadurch die Freude an der veganen Lebensweise erhalten bleibt, so betrachte ich das als positiv.
Das ist ja auch das was man als Veganer anstrebt – zum Nachdenken anzuregen. Doch müssen es 100 Prozent sein? Reichen nicht auch 90 Prozent? Oder 80 Prozent?

Und muss man sich von einer Begrifflichkeit distanzieren, weil es eventuell für Kritik sorgen könnte? Und wer ist es dann, der einen einengt? Man selbst oder der andere? Oder der Begriff an sich? Und ist das überhaupt wichtig ob man sich als Veganer bezeichnet? Spielen Begrifflichkeiten unter Anbetracht des großen Ganzen (Tierschutz, Umwelt usw.) überhaupt eine Rolle?

 

 

 

 

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30 Kommentare zu „Veganer? Vegetarier?… Von Begrifflichkeiten und wie wichtig sind diese überhaupt?

  1. Das war auch einer von mehreren Gründen (neben den wissenschaftlichen Fakten die Udo Pollmer präsentierte), der mich nach einer Weile einfach nur noch anwiderte. Diese Sucht nach Selbstdarstellung unter Veganern… So viele, die einfach total arrogant waren und sogar viele vergraulten, nur weil die nicht „perfekt genug wären“! Dazu fällt mir echt nichts mehr ein außer das eine aber kleine feine Wort „autsch“… Da geht es gar nicht mehr um das Tier ansich, sondern vielmehr um das „ich bin besser als die!“ Gehabe… Darum ist jede Firma auch gleich das Böse. Man gibt denen gar keine Chance auf den Vegan Zug aufzuspringen und sich dort ein Standbein aufzustellen. Welches, sollte das wirklich zukünftig mal weiter verbreitet sein, vielleicht sogar das neue alleinige Standbein sein könnte. Denn jede Firma lebt von Profit und keine wird sich für eine Ideologie alleine einfach so wirtschaftlich aufopfern und vor die Wand fahren… Firmen bedienen nur die Nachfrage und Firmen anzufeinden ist in den meisten Fällen einfach nur bescheuert! So wird dann ein veganes Produkt daß zu 100% aus Pflanzenbasis ist zum angeblich nicht mehr veganen Produkt deklariert, von den Hardlinern…

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    1. Na ja, ich betrachte Udo Pollmer als Person eher kritisch. Eben gerade wegen seines Verhaltens. Ich denke, dass er sich dadurch in vielen Belangen genauso verhält wie die Veganer, die er kritisiert.
      Allgemein denke ich ist es, wenn man Menschen zum Nachdenken anregen möchte, immer sinnvoller mit einer positiven Haltung heran zu gehen. Positives Vorleben sozusagen. Seine Meinung sachlich zu äußern, ohne Vorwürfe oder Sarkasmus. Denn eine Meinung wird nicht wahrer, desto lauter oder kraftvoller ich sie ausspreche.
      Ich war früher auch in dem Zwiespalt was soll man fördern oder was nicht. So auch in der Frage soll man ein Unternehmen unterstützen das ein Fleischerzeuger ist? Oder lieber kleinere Unternehmen, die es nicht sind stattdessen?
      Wie so vieles ist es ein Erfahrungs- und Entwicklungsprozess. So dinde ich heute, dass man auch einen Fleischerzeuger wie Rügenwalder Mühle z.B. der vegane Produkte herstellt durchaus unterstützen kann. Wieso nicht? Es geht ja darum vegane Alternativen zu fördern und diese auf dem Markt alltäglicher werden zu lassen :).

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      1. „Na ja, ich betrachte Udo Pollmer als Person eher kritisch. Eben gerade wegen seines Verhaltens. Ich denke, dass er sich dadurch in vielen Belangen genauso verhält wie die Veganer, die er kritisiert.“

        Ich denke, daß er Fantasien einfach nicht ernst nehmen kann. Da er als hoch gebildeter Mensch die Fakten Schwarz auf Weiß kennt. Und die ganzen Märchen und Anfeindungen von Veganern einfach nicht mehr hören kann. Das hat definitiv teilweise schon religiöse Züge angenommen. Es gibt sogar schon Veganer, die gegen diese ganzen verbreiteten Lügen von anderen Veganern anreden… Pollmer sagt einfach nur das, was wissenschaftlich eine Tatsache ist. Und wenn Veganer ihn beißen mit Vorwürfen die unhaltbar sind, dann beißt er eben zurück.

        „Allgemein denke ich ist es, wenn man Menschen zum Nachdenken anregen möchte, immer sinnvoller mit einer positiven Haltung heran zu gehen. Positives Vorleben sozusagen. Seine Meinung sachlich zu äußern, ohne Vorwürfe oder Sarkasmus. Denn eine Meinung wird nicht wahrer, desto lauter oder kraftvoller ich sie ausspreche.“

        Das stimmt allerdings 🙂
        Man muss den Pollmer aber auch nicht auf die Goldwaage legen. Er hat klargestellt, daß er nichts gegen Vegetarier im Allgemeinen hat. Er räumt eben nur gerne mit den Extremisten darunter auf und stellt deren Lügen gerne bloß. Und das eben auch humoristisch gespickt, damit die Zuhörer sich nicht zu tode langweilen dabei. Dagegen hört man dann in Reaktionsvideos auf Youtube fast nur persönliche Beleidigungen, anstatt faktische Kritik. Was mir klar zeigt, daß Pollmer Recht hat…

        „Ich war früher auch in dem Zwiespalt was soll man fördern oder was nicht. So auch in der Frage soll man ein Unternehmen unterstützen das ein Fleischerzeuger ist? Oder lieber kleinere Unternehmen, die es nicht sind stattdessen?“

        Das spielt absolut keine Rolle in der Frage, ob man Tiere isst oder nicht.

        „Wie so vieles ist es ein Erfahrungs- und Entwicklungsprozess. So dinde ich heute, dass man auch einen Fleischerzeuger wie Rügenwalder Mühle z.B. der vegane Produkte herstellt durchaus unterstützen kann. Wieso nicht? Es geht ja darum vegane Alternativen zu fördern und diese auf dem Markt alltäglicher werden zu lassen :).“

        Leider haben nur wenige diese vernünftige Einsicht. Ich hatte oft genug Streitgespräche mit ekelhaften Hardlinern auf Facebook und Co., die dich für so eine Aussage gesteinigt hätten xD
        Bei denen gibt es nur ihre Sichtweise und sonst gar nichts. Sprechen aber gleichzeitig von „den ignoranten Mitmenschen“! Da lache ich doch! xD

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      2. Ich denke ganz allgemein, dass der Fokus in vielen Themen oftmals viel eher auf negative Aspekte gerichtet ist. Da es einfach leichter ist. Seien es „militante Veganer“ oder „ignorante Mitmenschen“.
        Ich finde das einfach schade, da es oft die Sicht auf das Gesamtbild verklärt. Denn es gibt auch viele positive Beispiele für Veganer, genauso wie für Allesesser.
        Das sehe ich hierbei auch in der jeweiligen Meinung zum Begriff Veganer. Natürlich ist es verständlich, dass man sagt ein Veganer definiert sich darüber unnötiges Leid zu vermeiden und isst keine Tierprodukte. Somit sieht der andere das Leid hinter meinem Konsum vegetarischer Ausnahmen. Doch auch das gewichtet dann doch mehr als der gesamte andere Anteil, in dem man vegan lebt und sich auch so ernährt.
        Es gibt da ein Zitat, das ich sehr passend finde: „Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf. Hass hört durch Liebe auf“.
        Gerade durch dieses sich gegenseitig Anfeinden und auf die negativen Beispiele fokussieren hindert das mit der Thematik sinnvoll umzugehen. Gerade im Sinne der Tiere. Denn so geht es dann viel zu oft um das Fehlverhalten anderer, um Vorurteile, um Egoismus, um Beleidigungen etc. Und was bewirkt es? Jeder regt sich über jeden auf.
        Hilfreich ist das einfach nicht.

        Ich habe mich früher auch oft über das Verhalten einiger Mischköstler aufgeregt. Gerade dann wenn ich angefeindet wurde, obwohl ich versucht hatte sachlich mit dem anderen zu reden. Oder wenn ich mir Vorurteile anhören durfte wie das Standardbild des militanten Veganers.
        Heute gehe ich solche Gespräche nicht mehr ein. Weil es kein fruchtbarer Boden ist für Wahrheiten oder Erkenntnisse. Für einen friedlichen Austausch. Und auch weil mir selbst das nicht gut tut.

        Dennoch finde ich es schön, dass hier eine Diskussion entstanden ist. Denn genau das sollte dieser Beitrag hier bewirken :).

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  2. Hallo Spantherix,

    Hört sich so an, als hättest du einen schlechten Tag, ansonsten hättest du dich hoffentlich von meinem Kommentar nicht so angegriffen gefühlt!

    Es ist sehr wohl möglich, vegan zu leben und dabei gesund zu bleiben, auch ganz ohne Pillen 🙂 (kleine Frage am Rande: hast du dann auch generell was gegen Medizin? Ist ja auch total unnatürlich und nicht artgerecht…)

    Natürlich sind Pflanzen auch Lebewesen, sie haben jedoch kein Empfindungsvermögen oder direkte Interessen wie Tiere es haben.
    Als Veganer schadet man auch Tieren, aber man verringert das Ausmaß. Außerdem besteht da noch ein Unterschied zwischen Vorsatz und Konsequenz. Ein Beispiel dafür: wenn wir eine Straße bauen nehmen wir eine statistisch ermittelbare Anzahl an Verkehrstoten in Kauf. Trotzdem bauen wir weiterhin Straßen. Ist es deshalb in Ordnung, Menschen zu ermorden? Ich hoffe nicht.

    Aber wenn du schon seit drei Jahren Vegan Foren liest weißt du das ja alles wahrscheinlich schon. Mir stellt sich nur die Frage, wieso du dich freiwillig mit uns arroganten Gutmenschen beschäftigst?
    Nichts für ungut, aber dann ignoriere uns doch einfach!

    Einen schönen Abend dir noch!

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    1. Nein, ich kann nur Überheblichkeit nicht ertragen. Ich reagiere allergisch auf überheblich klingende Aussagen. Du kannst nicht einfach allgemeingültig daher reden, also bestimmen wer vegan sei und wer nicht!

      Und nein, es ist nicht möglich vegan ohne Supplemente zu leben. B12 gibt es nicht in pflanzlichen Produkten und so eine Ansage ist grob fahrlässig! Veganer sollten IMMER supplementieren!

      Medizin ist natürlich unnatürlich. Aber es ist etwas anderes, ob ich Medizin im Krankheitsfall bekomme, oder ob ich meine ganze Ernährung umstelle und auftretende Mängel dann durch Präparate ausgleiche…

      „Natürlich sind Pflanzen auch Lebewesen, sie haben jedoch kein Empfindungsvermögen“

      Ach nein? Da irrst du dich aber mal gewaltig!
      https://www.nationalgeographic.de/umwelt/die-sinne-der-pflanzen

      https://www.focus.de/wissen/natur/tiere-und-pflanzen/baeume-und-gemuese-leben-in-todesangst-fuer-alle-veganer-pflanzen-koennen-hoeren-wenn-sie-gegessen-werden_id_4735442.html

      „Als Veganer schadet man auch Tieren, aber man verringert das Ausmaß.“

      Nein, man verlagert das Ausmaß nur. Denn die vielen Leben auf dem Acker sind auch einzelne Leben. Und eine riesige Kuh ist auch nur ein einziges Leben. Viele kleine Mäuse sind aber viele kleine Leben.

      „Außerdem besteht da noch ein Unterschied zwischen Vorsatz und Konsequenz.“

      Vorsatz ist Tierquälerei und jene ist verboten per Strafgesetzbuch! Darum werden Verstöße auch gerichtlich geahndet, wenn sie bekannt sind! Konsequenz hat nichts mit einer Umstellung der artgerechten Ernährung hin zu einer unnatürlichen Supplementierung von Nährstoffen zu tun. Das kann jeder gerne für sich selber entscheiden, auf emotionaler Basis. Es jedoch zu FORDERN von anderen die sich artgerecht ernähren, ist dann wiederum schon absurd! Ebenso Erfolge klein zu reden, indem man entscheiden will wer nun vegan genug sei und wer nicht… Was völlig konträr der Bewegung läuft, wo es um „Leid reduzieren“ als Dogma geht! Denn damit begehst du eine Aberkennung von einer Reduktion von Leid. und tust Cordula Unrecht! Weil du Schwarz Weiß totalitär denkst und nur ganz, nach dem Motto alles oder nichts, für dich genug ist! Damit tust du der Sache keinen Gefallen! Denn du demotivierst jene, die ETWAS tun! Nur weil sie deiner Meinung nach „nicht genug“ täten… Das heißt, du stellst dein Ego über den Nutzen der Sache…

      Wo wir wieder beim Thema Arroganz wären…

      Dein Straßen Beispiel taugt hier übrigens gar nicht. Denn hier geht es um Ernährung.

      Und warum ich mich damit beschäftige? Weil ich dies gerne tue! 🙂
      Und vorallem aber auch, um Hitzköpfe mal wieder abzukühlen, die gerne anderen in die Suppe spucken! 🙂
      Denkst du ich sehe dabei einfach nur zu, wie du gegen Cordula unterschwellig stichelst? Nö 🙂

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  3. Hey, auch ich finde, dass du durch das unnötige (nicht notwendig um zu überleben, etc.) und bewusste Konsumieren von Tierprodukten kein Veganer bist.
    Daneben möchte ich noch anmerken: bei deiner Aufzählung wirkst du sehr stark auf dich konzentriert: was du isst, wie du dich definierst,… Dabei geht es beim Veganismus gar nicht um uns. Sondern einfach nur darum, andere Lebewesen in Ruhe zu lassen. Damit leisten wir nicht mal direkt etwas für die Tiere, wir schaden ihnen nur nicht mehr.

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    1. Hey :),

      in meiner Aufzählung frage ich mich einfach allgemein inwieweit es dem Tierschutz dienlich ist, wenn sich Veganer gegenseitig kritisieren und dem geringeren Anteil einer Sache einen größeren Stellenwert beimessen als dem größeren?
      Warum muss ein Veganer der genauen Definition entsprechen? Wieso gibt es da keine Grauzonen?

      Lg

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      1. Hey Cordula,

        ich wollte dich nicht persönlich kritisieren, und rechtfertigen musst du dich erst recht nicht! Deshalb möchte ich meine Ablehnung von Grauzonen erklären:
        Das Wort Veganismus sollte noch einen Sinn haben, den wir einfach nach eigenem Ermessen auslegen (dafür sind Begriffe ja da, um Klarheit zu schaffen, damit man weiß wovon gesprochen wird). Klar gibt es auch Bereiche, in denen man abwiegen muss. Aber meistens ist Veganismus sehr einfach und nicht kompliziert. Als Veganer vermeiden wir Ausbeutung und Leiden so gut wir können.
        Wenn ich als Veganer jetzt aber manchmal Milch trinke verwirrt das nur. Die ganze Idee, für die ich stehe, ist auf einmal nichts mehr wert. Ich für mich möchte nach meinen moralischen Ansprüchen leben, auch wenn ich dann z.B. im Restaurant etwas weniger Auswahl habe. Vegan zu leben ist eine Freunde und außerdem sehr einfach.
        Und wenn wir ehrlich sind haben wir eine moralische Verpflichtung vegan zu leben. Welche Rechtfertigung haben wir denn andere Lebewesen für unsere Zwecke zu nutzen und zu quälen?

        Lg 🙂

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      2. Keine Sorge ich werte das nicht als persönlichen Angriff :).
        Doch mal direkt gesprochen: Ich lebe zu 90 % genauso wie du. Mir die Bezeichnung Veganer abzusprechen ist eine Form der Entwertung. Du sagst damit die 10% gewichten mehr als die 90 %, die mich von dir nicht unterscheiden.
        Denkst du, dass du mit dieser Entwertung in Sachen Tierethik etwas Positives bewirkst?

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      3. Hey,

        Naja da sind wir uns wohl nicht einig 🙂
        Ich weiß, du stehst mit deinem Ansatz für Inklusion und Nahbarkeit des Veganismus. Und das ist auch gut gemeint.
        Trotzdem finde ich es falsch. Es vermitteln den Eindruck, als wäre es schwer, komplett vegan zu leben, was nicht der Fall ist.
        Außerdem: wofür stehe ich als Veganer denn, wenn ich einfach eine Ausnahme mache? Das mache ich bei anderen moralischen Fragestellungen ja auch nicht. Wenn du Ausnahmen machst nimmst du deine eigene Ethik nicht ernst, aber das musst du selbst entscheiden.

        Naja, ich glaube, wir werden uns nicht einigen können, aber der Dialog ist ja auch schon wichtig. Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende!

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      4. Dass wir verschiedene Ansichten haben ist doch eigentlich auch eine gute Sache :).
        Ich denke, wenn man das Thema zu streng sieht und andere entwertet, indem man ihnen Begrifflichkeiten wie Veganer abspricht, erreicht man im Endeffekt das Gegenteil von dem was man erreichen möchte. Denn so sorgt man als Veganer dann für eine Abwehrhaltung beim anderen, nicht aber für das Gegenteil.
        Eine Ausnahme stellt auch nicht das Gesamtkonzept in Frage oder impliziert, dass vegan leben schwer wäre. Das ist im Endeffekt der Schluss den du daraus ziehst. Genauso wie du sagtest ich sei kein Veganer da sich deiner Auffassung nach meine ethische Einstellung geändert hätte. Bei beiden Sachverhalten äußerte ich mich klar gegenteilig.

        Du hast Recht mit den Argumenten um eine vegane Lebensweise. Doch findest du es auch richtig andere vegan Lebende zu entwerten, weil sie nicht der perfekten Definition entsprechen?
        Ich habe einfach gelernt, dass wenn ich Empathie für Tiere fördern möchte, ich auch Empathie für meine Mitmenschen haben sollte. Denn genau der Mangel dessen ist es was in Gesprächen immer wieder für gegenseitige Angriffe und Schubladendenken sorgt.
        Ich bin meiner Auffassung nach dennoch Veganer. Und ich setze mich auch weiterhin dafür ein. Wenn du es so siehst, dass ich nun wegen 10 % nicht so bin wie du, dann ist das okay :).

        Dir auch ein schönes Wochenende 😊

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    2. „Hey, auch ich finde, dass du durch das unnötige (nicht notwendig um zu überleben, etc.) und bewusste Konsumieren von Tierprodukten kein Veganer bist.“

      Normalerweise wäre es notwendig, um zu überleben. Denn Pillen Präparate aus der Apotheke sind mitnichten artgerecht. Und seine Ernährung zu verleugnen und stattdessen künstliche Präparate einzunehmen, nur um sich gedanklich über andere erheben zu können, ist anmaßend und verlogen.

      „Daneben möchte ich noch anmerken: bei deiner Aufzählung wirkst du sehr stark auf dich konzentriert: was du isst, wie du dich definierst,… Dabei geht es beim Veganismus gar nicht um uns. Sondern einfach nur darum, andere Lebewesen in Ruhe zu lassen. Damit leisten wir nicht mal direkt etwas für die Tiere, wir schaden ihnen nur nicht mehr. “

      Pflanzen sind auch Lebewesen. Das wird nur gerne ausgeklammert, unter welchen Behauptungen auch immer. Und auch als Veganer schadet man Tieren. Denn für den Anbau von Obst und Getreide werden eine Menge an Tieren vergiftet und getötet, um den Ertrag sicherzustellen. Und im Prozess des Erntevorganges.
      Mit dem Finger auf andere zeigen zu können, macht jemanden jedoch nicht zu einem besseren Menschen. Nur zu einem arroganteren…
      Beim Veganismus geht es also nicht um den Menschen und wie er sich definiert? Das sehe ich nach 3 Jahren Vegan Foren jedoch ganz anders. Denn genau das war laufend das Thema dort. Die Selbstdarstellung als „besserer Mensch als die anderen“…
      Und mit deiner Ansage bestätigst du diese arrogante Haltung auch nochmal. Denn Konstruktiv ist diese heuchlerisch beschuldigende Ansage mitnichten.
      Vorwürfe machen kann jeder! Denn das ist leicht. Und das tun so manche Hardliner unter den Veganern auch nur zu gerne, um sich von anderen abzuheben.

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  4. Ich kann deine Sichtweise gewissermaßen nachvollziehen. Denn wenn es einen einengt und man die Lust daran verliert, ist es natürlich nicht sinnvoll.
    Ja, es sind nur Begrifflichkeiten… Die eigentlich nicht von allzu großer Bedeutung sein sollten. Aber ich finde es für mich wichtig, dass ich dadurch, dass ich mich als Veganerin bezeichne, meinen Mitmenschen und meiner Umwelt eindeutig zu verstehen gebe, dass ich keine tierischen Produkte esse. Auch keinen Honig.

    Wenn du meinst, dass der Veganismus eine Lebenseinstellung ist, du aber nicht ganz danach leben willst und dich somit nicht vegan ernährst, dann ernährst du dich schlichtweg nicht vegan! Ebenso wie Menschen, die Honig essen. Begriffe und Wörter sind nun mal Teil unsere Sprache und dafür da, etwas auszudrücken. Vegan ist rein pflanzlich. Dazu zählt kein Honig und kein Käse etc.

    Man ist schließlich auch kein TROCKENER Alkoholiker, wenn man sich einmal im Monat betrinkt. Egal, ob der (trockene) Alkoholiker mit der Situation umgehen kann oder nicht…

    Es sind nur Begriffe und ich habe das Gefühl, dass es dir sehr wichtig ist, dich weiterhin als Veganerin zu bezeichnen, obwohl du gelegentlich tierische Produkte konsumierst?! So als wolltest du deine Ausnahmen legitimieren?! (Was du natürlich nicht musst, zumindest nicht vor anderen wenn du mit dir selbst und deiner Ernährung im Reinen bist!)

    Alles Liebe cao

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    1. Hallo Cao :),

      was ich mich eben ganz allgemein frage ist, wenn ich zu 90 % vegan lebe und mich so ernähre und zu 10 % vegetarisch, dann gewichten die 10 % also mehr als die 90?
      Und wegen dieser 10 % ist es an die Mitmenschen kein klares Statement im Sinne des klassischen Veganers?

      Ja, Worte drücken etwas aus. Doch sie sind nicht in Stein gemeißelt und somit auch nicht starr in ihrer Bedeutung.

      Das hat nichts mit etwas legitimieren zu tun. Ich denke nur nicht mich von etwas distanzieren zu müssen aufgrund einer kleinen Graustufe. Zu sagen ich bin Veganer, esse aber ab und an auch als Ausnahme vegetarische betrachte ich nicht als problematisch. Daher frage ich mich einfach wieso ich mich von diesem Begriff nun distanzieren soll?

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      1. Natürlich setzt du noch Zeichen! Ich meinte eher, dass diese Begriffe sinnvoll sind, um Verhältnisse zu klären: wenn ich zB im Restaurant vegetarisches Essen bestelle, bekomme ich vermutlich etwas anderes als wenn ich was veganes bestelle. Daher ist es für MICH wichtig zu sagen, dass ich Veganerin und nicht Vegetarierin bin 🙂 für mich persönlich sind solche Kategorisierungen egal, manchmal helfen sie aber auch, um einen Sachverhalt objektiv darzustellen.
        Ich denke auch nicht, dass die 10% mehr gewichten… Aber, ganz objektiv, egal ob du täglich oder nur einmal im Monat Käse ist, laut Definition ernährst du dich nicht mehr rein pflanzlich.

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      2. Ja, laut Definition ist das wohl so. Aber ein Vegetarier bin ich dadurch auch nicht. So müsstr man dann sonst wirklich sagen die 10 Prozent würden nun mehr gewichten als die 90 Prozent vegan :).

        Ob ich nun ab und an vegetarisch esse, orientiere ich mich für mich selbst eher am Hauptteil. Wenn du sagst man ist kein Veganer wenn man ein Mal im Monat etwas Tierisches isst, so orientierst du dich meiner Ansicht nach doch eher an den 10 Prozent. Also am kleineren Anteil, der somit eine größere Gewichtung bekommt als der größere.

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      3. ‚Darf’/kann/soll sich jemand deiner Meinung nach als Veganer bezeichnen, der 2-3 Mal im Monat Fleisch isst, sich sonst aber vegan ernährt?

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      4. Fleisch zu essen ist jetzt ein etwas härteres Beispiel, das du hier gewählt hast, da ich persönlich finde, dass es noch eine Abstufung zwischen vegetarisch und Fleischkonsum gibt.
        Aber ja, ich würde sagen dieser Mensch ernährt sich vorwiegend vegan, isst aber ab und an Fleisch.

        Nun esse ich aber kein Fleisch. Was ich mich hierbei frage ist, setzt du für dich selbst meine vegetarischen Ausnahmen mit Fleischkonsum aus deinem Beispiel gleich? Ist das für dich also gleichwertig?

        Und ganz allgemein, was denkst du erreichst du damit jemandem wie mir die Bezeichnung des Veganers abzusprechen?
        Denn wie gesagt, ein Vegetarier bin ich auch nicht.

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      5. In diesem konkreten Beispiel setze ich Fleischkonsum mit Milchkonsum gleich, denn es ist beides nicht vegan, unabhängig dessen, wie oft man es konsumiert.

        Ich denke, ich erreiche gar nichts bzw. möchte ich auch nichts erreichen 🙂 du hast darüber einen Beitrag geschrieben und ich sage meine Meinung dazu, ich denke, das soll ja bei einem Blog auch so sein?!

        Der Begriff vegan bedeutet nun mal rein pflanzlich und ich persönlich finde es irreführend, wenn man dann wieviel auch immer Ausnahmen gelten lässt – und das ist nicht persönlich gemeint, denn mir ist es egal, wieviele Ausnahmen du machst, wenn es für dich passt. Aber warum hängst du dich dann am Begriff des Veganismus auf?
        So gesehen ist meine Mutter ja auch Vegetarierin, die halt 2-3 Mal in der Woche Fleisch isst….
        Oder ab wieviel Ausnahmen sollte man sich nicht mehr als Veganer bezeichnen? Das sind Dinge, die du für dich so entschieden hast, also dass du Begriffe einfach zurecht drehst, wie du es für dich gerade passend findest.
        Liebe Grüße cao

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      6. „Der Begriff vegan bedeutet nun mal rein pflanzlich“

        Das ist DEINE Auslegung des Begriffes!
        Vegan bedeutet pflanzlich. Also daß man sich pflanzlich ernährt. Und wenn man zu 90% des Monats pflanzlich isst, dann isst man somit 90% seiner Mahlzeiten vegan.

        In welcher Menge oder Häufigkeit, definiert der Begriff selbst erstmal gar nicht. Das ist Auslegungssache! Ebenso, ob man noch vegan ist wenn man Computer und Co. benutzt. Das ist dann Veganismus und mündet in Extremismus. Wo sich dann Forenteilnehmer gegenseitig die Augen verbal auspicken, weil jeder das irgendwie anders sieht und jeder aber Recht haben will…

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      7. Ich weiß was du mit deinem Beispiel verdeutlichen möchtest. Doch Fleischkonsum mit Vegetarismus gleichzusetzen, ist meiner Ansicht nach nicht ein und dasselbe. Unabhängig ob beides nicht vegan ist.
        Mit zurecht legen hat das auch nichts zu tun. Ich sehe die Begrifflichkeit nur nicht so statisch, sondern denke dass es auch durchaus Graustufen gibt :).

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  5. Da kann ich helfen 🙂

    Der Vegetarismus ist das Haus, unter welchem sich der Veganismus einreiht. Als eine strengere Abwandlung davon. Jedoch fußend auf der Grundidee beim Vegetarismus. Also kann man Veganer ebenso zu den Vegetariern zählen.

    Davon abgesehen, quält man sich meiner Ansicht nur selbst (auch ich hatte in meiner Vegan Zeit solche Gedanken xD), wenn man zuviel Druck auf sich ausübt dabei. Die Frage lautet also, bringt dich das persönlich weiter in deinem Leben? Oder hält dich der Druck den du auf dich selber ausübst vielmehr nur auf? Das ist die eigentlich entscheidende Frage. An diesem Punkt war ich auch mal 🙂

    Wieso muss man überhaupt „Veganer sein“? Zählt denn nur Totalitarismus? Also ganz oder gar nicht? Hardliner und Extremisten würden jetzt ganz klar mit „Ja!“ antworten… Fakt ist jedoch, daß selbst schon ein reduzierter Konsum von Fleisch ansich, ebenso eine Änderung ist hin zu mehr Pflanzen stattdessen. Gibt es nur Schwarz und Weiß? Oder auch viele Facetten dazwischen? Ich finde die Welt ist bunt und genau so sollte man sie auch sehen! 🙂

    Als Mensch, der wie du ein schlechtes Gewissen dabei hat der natürlichen Ernährung zu folgen, weil dir das Tier leid tut, ist es eben eine Abwägungssache. Du sitzt ja auch an einem Computer und auch dort kommen Tierprodukte aus gutem Grund vor. Aber du gehst eben einen Kompromiss ein. Ob du nun weniger davon isst, bewusster bei Elektronik konsumierst und nur kaufst was du wirklich brauchst, oder dich für bessere Haltungsbedingungen bei Tieren einsetzt, ALLES davon ist eine Handlung, welche deine Emotionen bedienen sollte. Wie weit du damit jedoch gehst und wieviel oder wenig Kompromisse du noch bereit bist, das ist eine Feinabstimmung, basierend auf deinen Emotionen. Somit musst du dies ganz für dich alleine mit dir selber ausmachen 🙂 Und da es basiert auf Emotionen, kann sich das auch ständig wandeln oder ändern. Ins extremere oder schwächere. Du solltest dir trotzdem keinen Selbsthass anerziehen. Der dich zu Selbstzweifeln führt. Denn damit quälst du dich letztenendes nur unnötig rum. Folge einfach deinem Bauchgefühl! 🙂

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    1. Hallo :),

      mit Selbsthass würde ich das Ganze gar nicht bewerten. Denn damit hatten meine Überlegungen nichts zu tun. Vielmehr waren es Gedankenprozesse und natürlich auch damit verbundene Emotionen zwischen dem ethischen Aspekt der Sache und der Frage wie ich weiter verfahren möchte. Und danach habe ich meine Entscheidung getroffen.

      Ich würde es auch gar nicht mit Extremismus gleich setzen. Dennoch und das sehe ich schon längere Zeit so, sollte man eher das Positive einer Sache, in dem Sinne positive Handlungen eines Menschen, bestärken als sich auf das Negative zu fokussieren. Denn genau dadurch erreicht man dann wieder eine Verhärtung der Fronten.
      Das bedeutet nicht, dass man nichts kritisieren sollte. Doch man sollte sich einfach für sich selbst fragen was einem in der Gesamtbetrachtung wichtiger ist.
      Ich denke einfach ganz allgemein, dass man mit positiver Bestärkung und Mitgefühl sowie Verständnis für einander als Menschen in Sachen Tierethik mehr erreicht.

      Lg

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      1. „mit Selbsthass würde ich das Ganze gar nicht bewerten.“

        Dann ist ja gut 🙂
        Denn der Selbsthass ist bei vielen leider ein Thema. Die sich direkt schlecht fühlen, wenn sie Kompromisse eingehen. Anstatt sich darüber zu freuen, was sie schaffen, leiden sie eher darunter, was sie nicht schaffen. Das zeigt, daß sie sehr hart mit sich selbst ins Gericht gehen.

        „Denn damit hatten meine Überlegungen nichts zu tun. Vielmehr waren es Gedankenprozesse und natürlich auch damit verbundene Emotionen zwischen dem ethischen Aspekt der Sache und der Frage wie ich weiter verfahren möchte. Und danach habe ich meine Entscheidung getroffen.“

        Also der ethische Aspekt liegt klar auf der Hand. Was zu unserer artgerechten Ernährung gehört, ist uns auch gegönnt. Und da B12 die Quelle aus exklusiv tierischer Ecke ist, gibt dies uns auch die ethisch vertretbare Erlaubnis. Genauso wie beim Löwen zB. auch, der es halt braucht. Leute, die sagen nur weil es Präparate in der Apotheke gibt sei die natürliche Ernährung des Menschen plötzlich falsch, machen da einen eklatanten Denkfehler. Das sind dann aber auch die Extremisten unter den Veganern. Die vernünftigen Veganer machen es einfach für sich, weil ihnen die Tiere zu leid tun. Eine rein emotionelle Entscheidung also, die persönlich ist. Und wofür sie niemand anderen anklagen, sondern ganz bei sich bleiben und für sich selbst entscheiden, nun anders zu essen. Das sind die angenehmen Veganer 🙂

        „Ich würde es auch gar nicht mit Extremismus gleich setzen. Dennoch und das sehe ich schon längere Zeit so, sollte man eher das Positive einer Sache, in dem Sinne positive Handlungen eines Menschen, bestärken als sich auf das Negative zu fokussieren. Denn genau dadurch erreicht man dann wieder eine Verhärtung der Fronten.“

        Es ist traurig, daß du überhaupt Fronten siehst. Denn das zeigt, daß du Menschen ausschließt. Welche du auf der anderen Front siehst. Fronten sollte es gar nicht geben, sondern gegenseitigen Respekt unter den Menschen. Völlig egal wie die persönliche Essensphilosophie ausgeprägt ist. Nur ein vernünftiges, friedliches Miteinander, kann ein Ziel sein. Alles andere ist extremistisch.

        „Das bedeutet nicht, dass man nichts kritisieren sollte. Doch man sollte sich einfach für sich selbst fragen was einem in der Gesamtbetrachtung wichtiger ist.“

        Kritisieren sollte man Missstände. Also Tierquälerei 🙂 Der Kampf für die Einhaltung von Tierschutzgesetzen durch Aufnahmen in Ställen ist also durchaus in meinen Augen legitim. So lange diese Aufnahmen echt sind.

        „Ich denke einfach ganz allgemein, dass man mit positiver Bestärkung und Mitgefühl sowie Verständnis für einander als Menschen in Sachen Tierethik mehr erreicht.“

        Tierethik ist eine Definition, dessen Begründung sich mir nicht logisch erschließen mag. Ethik ist ein Gedankenkonstrukt des Menschen. Vom Menschen für Menschen geschaffen. Um ein friedliches Zusammenleben in Vernunft zu ermöglichen.

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      2. Hallo 🙂

        es mag sein, dass manch einer sehr hatt mit sich ins Gericht geht. Ich bin was das angeht schon objektiv und habe hierbei einfach für mich entschieden, dass es mir gut tut so wie es gerade ist und dass ich damit such gut leben kann.

        Mit Fronten meinte ich, dass Gespräche um das Thema oft in eine Art Streitgespräch ausufern und das dann keine gute Basis für sinnvolle Gespräche ist.
        Lg

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      3. Cordula
        Ja, ich meinte auch mehr allgemein, wie sich da Kampffronten bilden. Sowas spaltet einfach nur. Und das nur wegen einer ganz persönlichen Frage, die jeder für sich selbst zu klären hat. Genauso wie Religion. Das ist alles Privatsache! Da hat es kein für und wider Streit zu geben. Wo es zu Streit kommt ist jedoch, wenn militante Veganer Mitmenschen Anschuldigungen an den Kopf werfen. Solche gibt es leider zuviele… Die sogar Mitmenschen die selber in Richtung Vegan gehen möchten noch verbal die Augen auspicken… Manche sind da so totalitär, daß es gar nicht mehr darum geht, ob man Pflanzen isst! Die gehen sogar schon so weit, jeden zu verurteilen der von FIRMEN kauft, die AUCH unvegan anbieten! Das erinnert mich stark an diese unsachliche „Kauft nicht bei Juden, denn sie stehlen unser Geld“ Ansage aus dem dritten Reich damals… Wo man Feindbilder generiert hat… Anstatt sich zu freuen, daß mehr Produkte die auf pflanzlicher Basis sind in den Handel kommen, wird dann so ein totalitärer Kurs gefahren. Da bekam ich dann Hasskommentare an den Kopf geworfen, weil ich leckere VEGANE Produkte im Supermarkt gekauft hatte, weil die Firma „AUCH“ Tierprodukte herstellt… Darum nenne ich solche Leute auch gerne Vegan-Nazis 🙂 Die haben einfach total den Blick für die Realität verloren…

        Dazu zählen natürlich nur solche Spinner und nicht allgemein alle Veganer. Es gibt da nämlich durchaus auch vernünftige Leute, die das friedlich für sich machen und niemanden runtermachen wollen 🙂

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      4. Ich finde es ehrlich gesagt schade und einfach falsch, wenn man Menschen, die etwas verbessern wollen mehr mit Argwohn als mit Verständnis begegnet.
        Denn meine Ansicht ist, dass man durch negatives Handeln wie Vorwürfe etc. eher das Gegenteil von dem erzeugt was man als Veganer ja eigentlich erreichen möchte. So wenden sich die Menschen ab und Vorurteile werden verstärkt, man beleidigt sich gegenseitig usw. Und für was? Was tut es dem Tierschutz Gutes, wenn ich Menschen, die vielleicht nicht zu 100 Prozent, sondern vll zu 80%, so leben wie ich verstärkt meinen Fokus auf das Negative lege? Ermutigt das? Oder entmutigt es?

        Ich kann auch nicht verstehen wenn Veganer Vegetarier angreifen. Das führt zu nichts. Und es ist aus meiner Sicht einfach falsch.

        Lg

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      5. „Ich finde es ehrlich gesagt schade und einfach falsch, wenn man Menschen, die etwas verbessern wollen mehr mit Argwohn als mit Verständnis begegnet.
        Denn meine Ansicht ist, dass man durch negatives Handeln wie Vorwürfe etc. eher das Gegenteil von dem erzeugt was man als Veganer ja eigentlich erreichen möchte. So wenden sich die Menschen ab und Vorurteile werden verstärkt, man beleidigt sich gegenseitig usw. Und für was? Was tut es dem Tierschutz Gutes, wenn ich Menschen, die vielleicht nicht zu 100 Prozent, sondern vll zu 80%, so leben wie ich verstärkt meinen Fokus auf das Negative lege? Ermutigt das? Oder entmutigt es?“

        Sehr schön gesagt! 🙂

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